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Harntraktionsstörungen bei Diabetes Mellitus

Beschwerden und Symptome

Patienten mit Diabetes mellitus haben doppelt so häufig Blasenstörungen und/oder eine Harninkontinenz als gleich alte Nicht-Betroffene. Frauen und Männer mit Diabetes mellitus sind gleichermaßen betroffen. Zwei Drittel aller Diabetes-Patienten haben Blasenbeschwerden. Häufiges Wasserlassen am Tage und in der Nacht, verstärkter Harndrang und Dranginkontinenz sind Symptome in den ersten Erkrankungsjahren an.

Im weiteren Krankheitsverlauf stehen dann Probleme bei der Blasenentleerung im Mittelpunkt, so Schwierigkeiten beim Wasserlassen und unvollständige Entleerung. Erschwerend wirkt sich bei Diabetikern häufig durch den hohen Zuckergehalt des Urins gesteigert Harnmenge aus. Ein hoher Zuckergehalt im Urin führt dazu, dass die Nieren vermehrt Wasser aus dem Körper ausscheiden und die Blase mit Urin überflutet wird. Bei einem über Jahre bestehenden und ungenügend eingestellten Diabetes schädigen dauerhaft zu hohe Zuckerspiegel im Blut Blutgefässe und Nerven, was zu weiteren Störungen der Blasen- und Schliessmuskelfunktion führt. Grundsätzlich können bei Diabetes-Betroffenen sowohl die Speicher- als die Entleerungsfunktion der Blase betroffen sein. Eine rechtzeitige gute Einstellung des Diabetes vermag das Auftreten von Blasenproblemen zu vermeiden oder zumindest hinauszuzögern.

Die Fehlfunktion der Blase bei langjährigem Diabetes ist zumeist eine Folge der Schädigung der Nervenbahnen, der sogenannten diabetischen Polyneuropathie. Von dieser Nervenschädigung können alle Nerven des Körpers betroffen sein, so die Nerven der Hautsensibilität, die Sehnerven oder auch die Blasennerven. Zeichen einer Schädigung der Blasennerven sind ein nachlassendes Gefühl für die Blasenfüllung, Schwierigkeiten beim Wasserlassen und ein schwacher Harnstrahl sein. Zunehmende Probleme bei der Entleerung der Blase führen im Verlauf zur Bildung von Restharn nach dem Wasserlassen und zu häufig wiederkehrenden Blasenentzündungen.

Ähnlich der bereits selbstverständlichen jährlichen Kontrolle der Augen auf eine diabetesbedingte Schädigung sollte auch die Blasenfunktion bei Diabetikern regelmäßig untersucht werden, um eine Fehlfunktion rechtzeitig zu erkennen und Folgeschäden am Harntrakt zu vermeiden. Menschen mit Diabetes sind generell entzündungs- und infektanfälliger als Nicht-Diabetiker, so auch in Bezug auf den Harntrakt und eine Blasenentzündung. Daher sind eine regelmäßige Kontrolle des Urins auf eine Infektion und die Messung des Restharns empfohlen.

Ein abgeschwächtes oder fehlendes Gefühl für die Blasenfüllung führt zu einer eher seltenen Entleerung der Blase. Schrittweise kommt es dann zu einer Überdehnung der Blasenwand und zu einer Schwächung des Blasenmuskels. Zusammen mit der Schädigung der Blasennerven kann dies eine unvollständige Entleerung der Blase zur Folge haben. Stehen eher Beschwerden wie ein verstärkter Harndrang oder eine Dranginkontinenz im Vordergrund, so können eine Verhaltenstherapie und anticholinerge Medikamente hilfreich sein.

Da Diabetiker nicht selten eine Reihe von Medikamenten dauerhaft einnehmen, sollten Neben- und Wechselwirkungen der Blasenmedikamente unbedingt beachtet werden. Unter der Behandlung mit anticholinergen Arzneimitteln ist es erforderlich, regelmäßig die Blasenentleerung auf Vollständigkeit bzw. einen Restharn zu kontrollieren.


 


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