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Prostatahyperplasie: Wenn die Prostata sich im Alter vergrössert

Die Prostata – oder auch Vorsteherdrüse – liegt im Becken unterhalb der Harnblase, umschliesst die Harnröhre und reicht hinab bis in die Nähe des Harnröhrenschliessmuskels. Damit befindet sie sich im Zentrum des männlichen Harn- und Geschlechtstraktes – hier treffen Harn- und Samenwege zusammen. Das kastaniengrosse Organ besteht hauptsächlich aus Drüsen, die das Prostatasekret bilden, welches den grössten Anteil an der Samenflüssigkeit bildet.

Kommt es im Alter zu einer sogenannten „Benignen Prostatahyperplasie“ (BPH), vergrössert sich die Prostata und drückt dann auf die Harnröhre und die Blase. Erschwerte Blasenentleerung und Inkontinenz können die Folge sein.

Gutartige Prostatavergrösserung – Symptome und Ursachen

Vergrösserte Prostata

Normale (a) und
vergrößerte (b) Prostata:
Verengung der Harnröhre bei vergrösserter Prostata
(1) Harnblase,
(2) Prostata,
(3) Harnröhre,
(4) Mündung der Harnleiter,
(5) Mündung der Samenleiter

Eine benigne Prostatahyperplasie (BPH) ist eine häufig auftretende gutartige Prostatavergrösserung. Gutartig bedeutet, dass zwar eine übermässige Zunahme der Zellanzahl vorliegt, diese allerdings nicht aggressiv abläuft wie beim Prostatakrebs. BPH und Prostatakrebs sind nicht das gleiche! Anders als bei einer Krebs-Erkrankung wuchert das Prostatagewebe nicht unkontrolliert, wächst nicht in andere Strukturen hinein, streut nicht und kann auch keine Tochtergeschwülste bilden. Zudem betrifft eine Prostatahyperplasie die innere Prostata-Zone, die direkt die Harnröhre umgibt, während eine Krebs-Erkrankung bevorzugt die äussere Zone (periphere Zone) befällt.

Für eine benigne Prostatahyperplasie gibt es einige Ursachen. Die häufigste Ursache ist wahrscheinlich die Umstellung des Hormonhaushalts im Alter, wenn die Produktion von Testosteron langsam abnimmt. Tatsächlich sind etwa die Hälfte aller Männer zwischen 51 und 60 Jahren von einer vergrösserten Prostata betroffen. Bei über 80-jährigen Männern liegt die Zahl der Betroffenen sogar bei 90 Prozent.

Daran erkennen Sie eine vergrößerte Prostata

Wie erkennen Sie nun eine gutartige Prostatavergrösserung? Die Symptome sind zu Beginn kaum auffällig. Der Mann bemerkt eventuell eine Abschwächung des Harnstrahls oder dass er allmählich länger auf der Toilette bleibt als noch vor ein paar Jahren. Dies hängt mit der Einengung der Harnröhre und dem steigenden Druck auf die Blase zusammen. Häufiger Harndrang in der Nacht, ein verstärkter Harndrang und ein Nachträufeln von Harn nach der Blasenentleerung sind typische Anzeichen einer sich vergrössernden Prostata.

Wächst die Prostata weiter, ruft sie zunehmend stärkere Beschwerden hervor. Diese Symptome unterscheiden sich folgendermaßen:

  • Obstruktive Beschwerden, die durch die Einengung der Ausflussbahn hervorgerufen werden. Beispiele sind ein schwacher Harnstrahl oder sogar ein Harnverhalt, ein unterbrochener Harnstrahl, Nachträufeln und Restharngefühl (Grund dafür kann eine unvollständige Blasenentleerung sein).
  • Irritative Beschwerden, die durch eine Beeinträchtigung oder Reizung des Gesamtsystems von Blase und Prostata hervorgerufen werden. Beispiele sind häufiger Harndrang in kleinen Mengen, häufiges Wasserlassen in der Nacht sowie starker und manchmal plötzlicher Harndrang, der nicht zurückgehalten werden kann (Inkontinenz).

Manchmal treten bei einer Vergrösserung der Prostata auch Schmerzen beim Wasserlassen auf oder Blut befindet sich im Urin durch die zu grosse Belastung der Venen am Blasenausgang. Bei manchen Männern ist durch die BPH auch die Erektionsfähigkeit eingeschränkt oder es kommt zu einem verminderten Samenerguss bei der Ejakulation.

Besteht die Einengung der Harnröhre durch die angewachsene Prostata über einen längeren Zeitraum, steigt das Risiko, dass auch die Blase selbst Schaden nimmt. Muss sie einen immer höheren Widerstand überwinden, um den Urin nach draussen zu befördern, wächst der Blasenmuskel, während die Blasenwand an Elastizität verliert. Es bilden sich kleine Aussackungen in der Wand. Mit der Zeit lässt die Kraft des Blasenmuskels nach, die Blase entleert sich nicht mehr vollständig und der nun nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibende Restharn kann Ursache von Blasenentzündungen sein. Harnwegsinfekte, Blasensteine und ernste Komplikationen wie Nierenstau oder Harnverhalt können die Folge sein. Ein kompletter Harnverhalt ist ein Notfall und muss schnell behandelt werden!

Wie kann man eine vergrösserte Prostata heilen?

Operation der gutartigen Prostatavergrösserung

Operation der gutartigen Prostatavergrösserung (TURP-transurethrale Resektion der Prostata)
Das vergrößerte Drüsengewebe wird mit einer elektrischen Schlinge, die durch die Harnröhre eingeführt wird, nach und nach abgetragen. Die äußere Zone der Prostata bleibt erhalten.

Patienten sollten die Symptome einer benignen Prostatahyperplasie (BPH) ernst nehmen und von einem Arzt abklären lassen. Es bestehen gerade im Frühstadium sehr gute Heilungschancen und ernstere Spätfolgen werden vermieden. Je nach Stadium gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Prostatahyperplasie Behandlung.

Prostata verkleinern ohne OP

Im Frühstadium der gutartigen Prostatavergrösserung können pflanzliche Wirkstoffe aus Kürbiskernen, Sägepalmenextrat, Brennnesselwurzel etc. eingesetzt werden.

Mit zunehmenden Beschwerden oder Symptomen (Harnstrahlabschwächung, unvollständige Blasenentleerung, häufiger und verstärkter Harndrang am Tage und in der Nacht) können typische Prostata-Medikamente (Alpha-Blocker, Reduktasehemmer) eine erhebliche Linderung der Beschwerden für den Patienten erreichen und die Folgen der Prostatavergrösserung über Jahre kontrollieren.

Wenn die Behandlung einer Prostatahyperplasie mit Medikamenten nicht möglich ist

Lassen sich die Beschwerden durch eine medikamentöse Behandlung nicht ausreichend kontrollieren oder werden die Medikamente nicht vertragen (beispielsweise durch Allergien oder Nebenwirkungen wie Schwindel oder Sehstörungen), so kommt eine operative Verkleinerung der vergrösserten Prostata in Betracht.

Das seit Jahrzehnten bewährte Standard-Verfahren ist die Ausschabung der Prostata durch die Harnröhre mit Hilfe einer elektrischen Schlinge – die sogenannte Transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P). In den letzten Jahren wurden neue Verfahren mit Erfolg getestet: Beispielsweise existiert eine Methode zur Behandlung mittels Laser oder die Vaporisation (Verdampfung) des Prostatagewebes kommt bei einer Ausschälung der vergrösserten Prostata zur Anwendung.

Auf Wunsch des Patienten kann die sogenannte ejakulationsprotektive transurethrale Resektion der Prostata zum Erhalt der Ejakulationsfähigkeit durchgeführt werden. Der Arzt wird dazu im Vorfeld eine ausführliche Beratung auf Grundlage der Befunde durchführen.

Bei Männern in höherem Lebensalter oder mit die Operationsfähigkeit einschränkenden Erkrankungen kommt die Embolisation der Prostatablutgefässe in Betracht. Mit Hilfe eines durch die Blutgefässe in der Leiste eingeführten Katheters können die die Blutgefässe der Prostata verschlossen werden. In der Folge schrumpft die Prostata und die Blasenentleerung ist für den Patienten wieder leichter möglich.

Tipps und Tricks für Männer mit gutartiger Prostatavergrösserung

  • Achten Sie bewusst auf ihre Blase. So registrieren Sie Veränderungen, die auf eine vergrösserte Prostata hindeuten.
  • Trinken Sie ausreichend und gleichmässig über den Tag verteilt.
  • Eine grosse Flüssigkeitszufuhr am Abend begünstigt das vermehrte nächtliche Wasserlassen!
  • Entleeren Sie Ihre Blase regelmässig und vermeiden Sie eine Überfüllung der Blase.
  • Vermeiden Sie eine Unterkühlung der Becken- und Dammregion.
  • Längeres Sitzen in Verbindung mit Unterkühlung und Alkohol kann eine Harnsperre auslösen – denken Sie beim nächsten Besuch im Biergarten daran.
  • Längere Touren mit Fahrrad oder Motorrad können bei vergrösserter Prostata Beschwerden beim Sitzen verursachen.
  • Regelmässige warme Bäder erhöhen das allgemeine Wohlbefinden und können nebenbei auch Harntrakt, Prostata und Beckenboden entspannen.
  • Beugen Sie einer Verstopfung durch eine ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung vor.
  • Die Prostata sollte ab dem 50. Lebensjahr auch unabhängig von Beschwerden jährlich von einem Urologen untersucht werden, um eine benigne Prostatahyperplasie (BPH) frühzeitig zu erkennen.

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