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Häufiges Wasserlassen

Ständiger Harndrang: Ursachen finden und Symptome lindern

Häufiges Wasserlassen oder ständiger Harndrang stellt keine eigenständige Erkrankung dar. Vielmehr kann der häufige Gang zur Toilette ein Symptom für ganz unterschiedliche Erkrankungen sein. Häufiges Wasserlassen wird je nach Ausprägung in drei Formen eingeteilt:

  • Polyurie: Statt der üblichen 1 bis 2 Liter werden bis zu 3 Liter und mehr Urin innerhalb von 24 Stunden ausgeschieden. Sehr oft besteht auch ein starker Harndrang.
  • Pollakisurie: Sehr häufiges Wasserlassen (mehr als 10 Mal in 24 Stunden) mit nur geringen Harnmengen. Die Gesamtmenge des ausgeschiedenen Urins kann normal oder erhöht sein.
  • Nykturie: Häufiger nächtlicher Harndrang mit mehrmaliger Schlafunterbrechung. Es muss regelmässig mehr als zwei mal in der Nacht Wasser gelassen werden.

Vielen Betroffenen ist es unangenehm, mit ihrem Arzt über Probleme beim Wasserlassen zu sprechen. Da jedoch unterschiedliche Erkrankungen, bei denen häufiges Wasserlassen als Begleitsymptom auftritt, harmlos bis schwerwiegend sein können, sollten Betroffene Ihrem Arzt unbedingt darüber informieren, damit die tatsächliche Ursache des häufigen Harndrangs abgeklärt werden kann.

Polyurie – Häufiges Wasserlassen mit viel Urin

Häufiges Wasserlassen wird oftmals als Beeinträchtigung des Alltags empfunden.

Symptome & Ursachen von Polyurie
Als Polyurie bezeichnet der Mediziner die krankhaft erhöhte Produktion sowie Ausscheidung von Harn, wobei der Normwert von 2 Litern pro Tag überschritten wird. Oft geht dieses Symptom auch mit grösserem Durstgefühl und starkem Harndrang einher. Typischerweise ist der Urin hell bis fast farblos gefärbt. Betroffene Patienten empfinden das häufige Wasserlassen als sehr störend und beeinträchtigend im Alltag.

Eine Polyurie kann organische, hormonelle, medikamentöse oder auch psychische Ursachen haben. Häufige Ursachen von Polyurie bei Erwachsenen und Kindern sind unter anderem:

  • Reizblase
  • Ein unzureichend behandelter Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit),
  • Diabetes insipidus (Hormonelle Ursache für erhöhte, unkonzentrierte Harnbildung)
  • Niereninsuffizienz
  • Hyperkalzämie, erhöhter Kalziumspiegel
  • Hypokaliämie, Kaliummangel
  • Medikamente, sog. Diuretika (sog. Wassertabletten)
  • Psychische Belastung und Stress, z. B. Prüfungsangst, Trennung, wichtige Termine
  • Starker Koffein- oder Alkoholkonsum

Häufigkeit und Menge beim Wasserlassen: Was ist normal?

Die Harnblase dient als Speicher für den von den Nieren produzierten Harn. Das Fassungsvermögen der Blase liegt bei Männern zwischen 400 – 600 ml und bei Frauen zwischen 400 – 500 ml. Im Normalfall signalisiert die Blase mehrfach im Laufe eines Tages, dass demnächst die Kapazitätsgrenze erreicht ist und eine baldige Entleerung fällig wird.

Ein gesunder Mensch entleert die Blase im Abstand von mehreren Stunden, alles in allem zwischen vier und sechs Mal am Tage. Die tatsächliche Frequenz ist abhängig vom Trink- und Ernährungsverhalten, äusseren Einflüssen und vielen anderen Faktoren. Besonders, wer grosse Mengen Flüssigkeit oder wasserreiche Nahrung zu sich nimmt, wird im Laufe des Tages häufigen Harndrang verspüren. Auch koffeinhaltige und alkoholische Getränke können den Harndrang spürbar intensivieren. Bis zu zehn Mal Wasserlassen innerhalb von 24 Stunden kann bei der Aufnahme solcher Getränke und Lebensmittel durchaus noch in einem normalen Bereich liegen. Müssen Sie jedoch über einen längeren Zeitraum vermehrt auf die Toilette oder liegt die Gesamtmenge an Urin über 2 Liter, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.

Pollakisurie – Häufiges Wasserlassen mit wenig Urin

Symptome & Ursachen von Pollakisurie
Häufiges Wasserlassen entwickelt sich in der Regel schleichend. Sobald der zeitliche Abstand zwischen zwei Blasenentleerungen deutlich weniger als zwei Stunden beträgt, beginnt sich der ständige Harndrang negativ auf das Berufs- und Privatleben auszuwirken. Der oder die Betroffene versucht – zunächst weitgehend unbewusst – sich mit dem Zustand zu arrangieren: Die Trinkmenge wird eingeschränkt und die Umgebung auf das Vorhandensein sowie die leichte Erreichbarkeit einer Toilette gescannt.

Frauen zwischen 30 und 60 haben oftmals mit häufigem Wasserlassen mit wenig Urin zu kämpfen.

Ist eine stündliche Entleerungsfrequenz (oder öfter) erreicht, wird der häufige Toilettengang bei vielen Betroffenen zu einem echten Problem, das sich nicht mehr ohne weiteres in den normalen Tagesablauf integrieren lässt. An diesem Punkt wird das häufige Wasserlassen zum Symptom einer möglichen Blasenstörung. Betroffene reagieren allerdings sehr unterschiedlich auf dieses Problem: Einige wenige suchen rasch den Rat des Arztes und drängen auf eine Lösung, die grosse Mehrheit jedoch versucht über viele Jahre allein zurechtzukommen. 

Vor allem Frauen zwischen 30 und 60 Jahren leiden unter häufigem Wasserlassen mit nur schwacher Urinausscheidung. Ausser einem Mangel an Östrogen werden hierbei auch chronische Infekte der Beckenorgane sowie psychosomatische Ursachen vermutet. Häufiges Wasserlassen bei Kindern kann ebenfalls auf eine Blasenentzündung hindeuten.

Häufiges Wasserlassen am Tage kann auf eine überaktive Blase (Reizblase) hinweisen oder Symptom einer anderen Erkrankung sein, unter anderem:

Häufiger Harndrang mit nur wenig ausgeschiedenem Urin kann zudem im Zusammenhang mit einer Blasenentleerungsstörung auftreten, bei der der Vorgang der Blasenentleerung aus unterschiedlichen Gründen beeinträchtigt ist. Weil nach dem Toilettengang eine grössere Menge Restharn in der Harnblase verbleibt, gibt die Blase schon nach kurzer Zeit wieder das Signal der erreichten Kapazitätsgrenze ans Gehirn.

Übrigens: In der Schwangerschaft ist häufiger Harndrang eine normale Begleiterscheinung, denn das heranwachsende Baby und die vergrösserte Gebärmutter drücken auf Blase, Harnwege und andere Beckenorgane und können somit häufigen Harndrang und auch Entleerungsschwierigkeiten verursachen.

Nykturie: Häufiges nächtliches Wasserlassen

Ein nächtliches Wasserlassen sollte die Ausnahme sein, zum Beispiel bei überdurchschnittlich grosser Flüssigkeitsaufnahme in den Abendstunden. Müssen Betroffene regelmässig mehr als zwei mal pro Nacht aufstehen, um sich zu erleichtern, spricht der Mediziner von einer klinisch signifikanten Nykturie. Die regelmässige, mehrfache Schlafunterbrechung führt bei den Betroffenen häufig zu weiteren Symptomen wie Kopfschmerzen, chronischer Müdigkeit und Konzentrationsproblemen. Auch depressive Verstimmungen bis hin zur sozialen Isolation können die Folge sein.

Häufiger Harndrang betrifft oftmals besonders ältere Menschen ab 55 Jahren.

Häufig sind es ältere Menschen (ab 55 Jahren), die von den unangenehmen Auswirkungen nächtlichen Harndrangs betroffen sind. Vielen ist es jedoch sehr unangenehm, das Problem vor einem Arzt anzusprechen. Das häufige nächtliche Wasserlassen wird meistens als unabwendbares Altersleiden hingenommen und manchmal sogar von Ärzten herabgespielt. Für Betroffene ist der nächtliche Harndrang jedoch eine Belastung, die sie stark in ihrer Lebensqualität einschränkt. Eher wenig bekannt ist es, dass nächtliches Wasserlassen auch unter jüngeren Menschen verbreitet ist. Doch ganz gleich, ob jung oder alt: In vielen Fällen liegt den Beschwerden eine andere Erkrankung als Ursache zugrunde, die behandelt werden kann oder sollte. Zumeist lässt sich das häufige nächtliche Wasserlassen dadurch lindern oder sogar abstellen.

Eine Ursache für ein häufiges nächtliches Wasserlassen kann die vermehrte Harnproduktion während der Nacht sein, was auf eine eingeschränkte Herzleistung oder eine Hormonstörung hinweisen kann. Auch eine vergrösserte Prostata kann bei Männern die Blase irritieren und zu nächtlichem Wasserlassen führen.

Ursachen für häufiges nächtliches Wasserlassen können unter anderem sein:

  • Herzinsuffizienz
  • Bluthochdruck
  • Diabetes mellitus, Diabetes insipidus
  • Nebenschilddrüsenüberfunktion
  • Nierenerkrankungen mit erhöhter Urinausscheidung (Polyurie)
  • Starker Alkoholkonsum
  • Medikamente (sog. Diuretika)
  • Prostatahyperplasie (Gutartige Prostatavergrößerung)

Informieren Sie sich jetzt zur Abklärung bei häufigem Harndrang

Kontaktieren Sie uns, wenn Sie eine ausführliche Beratung wünschen. Wir informieren Sie gerne über Ihre individuellen Abklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten bei ständigem Harndrang und häufigem nächtlichen Wasserlassen. Sie erreichen unser Zentrum (KontinenzZentrum Hirslanden) in Zürich unter Tel.+41 44 387 29 10 im Zeitraum von Montag bis Freitag zwischen 6 und 17 Uhr. Nutzen Sie auch gern unsere Online Terminvereinbarung!

Diagnose und Therapie bei häufigem Wasserlassen

Um den Ursachen des häufigen Harndrangs auf den Grund zu gehen, ist eine ausführliche Anamnese obligatorisch. Voraussichtlich wird der Arzt ungefähr folgende Fragen stellen:

  1. Tritt der häufige Harndrang tagsüber oder nachts auf?
  2. Können Sie beim Wasserlassen viel oder wenig Urin ausscheiden?
  3. Haben Sie oft starken Durst?
  4. Haben Sie Schmerzen beim Wasserlassen?
  5. Nehmen Sie Arzneimittel ein, beispielsweise ein Diuretikum gegen Herzschwäche oder Bluthochdruck ein?
  6. Wie viel trinken Sie für gewöhnlich tagsüber und was?
  7. Trinken Sie viel Kaffee oder Tee? Oder trinken Sie viel Alkohol?

Nach dem ersten Gespräch wird zumeist die Untersuchung von Blut- und Urinwerten vorgenommen. Auch eine Ultraschalluntersuchung des Harntraktes kann erfolgen. Zur körperlichen Untersuchung können – basierend auf den Beschwerden des Patienten – eine Restharnbestimmung, Harnröhrenweitenuntersuchung und -abstrich sowie ergänzend gegebenenfalls Urodynamik einschliesslich Uroflowmetrie, Röntgenuntersuchung oder die Urethrozystoskopie (Harnröhren- und Blasenspiegelung) vorgenommen werden.

Für die Diagnose kann es zudem hilfreich sein, dass Patienten für die Diagnose ein Miktationstagebuch führen, worin sie die Miktationszeiten, die jeweils ausgeschiedene Urinmenge sowie eingenommene Getränke über 3 Tage protokollieren.

Die Behandlung von ständigem oder häufigem Harndrang richtet sich immer nach der Ursache. Weil dem häufigen Wasserlassen verschiedene Erkrankungen zugrunde liegen können, zielt eine Therapie vor allem auf die Behandlung der ursächlichen Erkrankung ab. Es können daher ganz unterschiedliche Therapie-Arten angesetzt werden, die beispielsweise auf die Behandlung eines Diabetes, auf eine Blasenentzündung oder auf eine Prostatavergrösserung abzielen. Sind eingenommene Medikamente für den vermehrten Harndrang verantwortlich, kann der behandelnde Arzt ein Ersatz-Präparat in Erwägung ziehen oder die Diuretika-Dosis ändern. Ziel der Behandlung der ursächlichen Erkrankung ist es, das Allgemeinbefinden des Patienten zu verbessern und die Symptomatik des häufigen Harndrangs zu lindern.

Zur symptomatischen Behandlung können Medikamente unterstützend eingesetzt werden. Bei Männern haben sich sog. Alphablocker zur Entspannung der Prostatamuskulatur bewährt. Bei Frauen kann ein östrogenhaltiges Lokalpräparat zum Einsatz kommen.

Keinesfalls sollten Betroffene wegen des häufigen Harndrangs ihre Flüssigkeitszufuhr einschränken. Hierdurch kann dem Körper zu viel Flüssigkeit entzogen werden. Schränken Sie stattdessen den Konsum harntreibender Getränke wie Kaffee, Tee, Bier oder Sekt ein.

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