Hilfe bei Inkontinenz nach
Prostata-OP

Erfahrene Experten behandeln Blasenschwäche nach Prostatektomie effizient und nachhaltig

Hilfe bei Inkontinenz nach
Prostata-OP

Erfahrene Experten behandeln Blasenschwäche nach Prostatektomie effizient und nachhaltig

Startseite / Erkrankungen / Neurogene Blasenstörungen / Inkontinenz nach Prostataoperation

Inkontinenz nach Prostata-Operation: Dauer und Behandlungsmethoden

Bei manchen Patienten kann es nach einer Prostata Operation zur Inkontinenz kommen. Etwa 10 bis 20 Prozent der operierten Männer bemerken nach dem Eingriff – zumindest vorübergehend – einen unwillkürlichen Harnverlust. Wie hoch das Risiko für eine Inkontinenz nach einer Prostata-Operation ist, hängt von verschiedenen Faktoren ab. In den meisten Fällen klingen die Beschwerden nach einiger Zeit von selbst wieder ab. Es kann aber auch über einen längeren Zeitraum zum unfreiwilligen Urinverlust kommen. In diesen Fällen gibt es verschiedene Behandlungsmöglichkeiten für den betroffenen Mann, um die Kontinenz wiederherzustellen.

Erhalten Sie Hilfe bei Inkontinenz nach einer Prostata-Operation

Unsere Fachärztinnen und Fachärzte im KontinenzZentrum Hirslanden in Zürich (Schweiz) sind auf die Untersuchung und Behandlung von Inkontinenz und Prostata-Beschwerden spezialisiert. Stellen Sie nach einer Prostataoperation bei sich Blasenfunktionsstörungen fest, vereinbaren Sie einen Termin bei unseren Spezialisten.

Ursachen für eine Inkontinenz nach der Prostata OP

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, ist ein kastaniengrosses Organ unterhalb der Harnblase im männlichen Körper. Das Prostatagewebe umschliesst die Harnröhre und reicht fast bis an den Schliessmuskel der Blase heran.

Ein operativer Eingriff an der Prostata wird immer dann medizinisch notwendig, wenn die vergrösserte Vorsteherdrüse gesundheitliche Probleme verursacht, die Lebensqualität im Alltag stark negativ beeinflusst oder wenn ein Prostatakarzinom (Prostatakrebs) vorliegt.

Sowohl nach einer radikalen Prostatektomie (Entfernung der Prostata nach Krebs-Befund) als auch nach einer Ausschabung bei einer gutartigen Prostatavergrösserung kann eine Inkontinenz auftreten. Im Vergleich zur radikalen Prostata-Entfernung ist eine Inkontinenz nach der Operation einer gutartigen Prostata-Vergrösserung (Prostatahyperplasie) allerdings sehr selten.

Ein Mann leidet unter Inkontinenz nach einer Prostata-Operation

Wie kann nach der OP Inkontinenz entstehen?

Eine Inkontinenz nach der Prostata-Operation kann verschiedene Ursachen haben. Häufig tritt sie auf, weil während des Eingriffs der Schliessmuskel oder die Harnröhre verletzt wurden, weil der verbliebene Schliessmuskel die Blase nicht mehr richtig abdichten kann oder weil Nerven im Beckenboden-Bereich geschädigt wurden.

Bei einer gutartigen Prostatavergrösserung wird die äussere Hülle der Prostata erhalten und zur Behandlung nur das Gewebe im Inneren entfernt. Moderne Verfahren und erfahrene Operateure minimieren dabei das Risiko einer Verletzung von Schliessmuskel, Harnröhre und Nervensträngen. Daher ist eine dauerhafte Inkontinenz nach einer Ausschabung der Prostata sehr selten.

Wird ein Tumor in der Prostata entdeckt, wird das ganze Organ entfernt. Nach dieser Totalentfernung der Prostata (radikale Prostatektomie) zur Behandlung von Prostatakrebs kann der Schliessmuskel beschädigt oder geschwächt sein. Durch die Prostataentfernung verändert sich die Lage des Schliessmuskels, wodurch dieser die Blase nicht mehr richtig abdichten kann. Auch eine Schliessmuskel-Verletzung kann durch die Entfernung des Prostatagewebes die Ursache für eine Inkontinenz nach der Prostata-Operation sein.

Dadurch ist das Risiko einer dauerhaften Inkontinenz nach einer Prostataentfernung höher.

Ein Mann leidet unter Inkontinenz nach einer Prostata-Operation

Symptome und Arten von Inkontinenz nach einer Operation der Prostata

Kommt es zum unkontrollierten Verlust von Urin (Harninkontinenz) im Alltag, sind zwei Arten zu unterscheiden:

  • Belastungsinkontinenz: Tritt nach einer Prostata OP ein Harnverlust beim Husten, Niesen oder unter körperlicher Belastung auf, so liegt eine Schwäche des Blasenverschlusses und damit eine sogenannte Belastungsinkontinenz vor. Unter Belastung übersteigt der Blasendruck den Verschlussdruck des Schliessmuskels und es kommt zum unfreiwilligen Abgang von Urin. Diese Form der Inkontinenz ist die häufigste nach einer Prostata OP. Die Belastungsinkontinenz tritt auf, wenn nach der OP der Schliessmuskel geschwächt ist oder sogar verletzt wurde. Dank moderner Operationsmethoden und hochspezialisierten, erfahrenen Ärzten kommt es nur sehr selten zur Verletzung des Schliessmuskels.
  • Dranginkontinenz: Eine weitere Ursache von Inkontinenz nach einer Prostata-Operation kann auch eine hyperaktive Blase (Reizblase) sein. Symptome sind häufiger Harndrang am Tage und in der Nacht sowie plötzlicher, starker Harndrang, der sich mitunter nicht zurückhalten lässt (Dranginkontinenz). Eine gutartige Prostatavergrösserung kann das Entstehen einer Reizblase bei Männern und damit einer Dranginkontinenz begünstigen. Durch den Eingriff wird die Blase zusätzlich gereizt, was am Anfang des Heilungsprozesses zu einer Dranginkontinenz führen kann.

Wie lange dauert die Harninkontinenz an?

In der Regel besteht eine Inkontinenz nach einer Prostata-Operation nur für einige Wochen oder wenige Monate. In dieser Zeit reicht es meist, Einlagen zu tragen und starke Belastungen durch Stresssituationen oder Sport zu vermeiden.

Die meisten Männer sind bereits wenige Monate nach dem Eingriff wieder kontinent und können ihre Blase wieder vollständig kontrollieren. Unter Stress oder wenn die Muskulatur im Laufe des Tages ermüdet, kann es noch zur Inkontinenz kommen. Diese Belastungsinkontinenz sollte allerdings innerhalb der folgenden Wochen abklingen.

Leiden Patienten drei Monate nach dem Eingriff immer noch an Inkontinenz, sollten sie einen Termin bei einer oder einem spezialisierten Arzt bzw. einer spezialisierten Ärztin in der Neurourologie vereinbaren. Die Diagnostik erfolgt meist mittels Blasendruckmessung und Blasenspiegelung, um die genauen Ursachen abzuklären. Auf dieser Grundlage entwickelt die Urologin bzw. der Urologe ein Behandlungskonzept, um die Kontinenz wiederherzustellen.

Schematische Darstellung der Prostata, wie sie die Harnröhre umschliesst

Hilfe bei Inkontinenz nach einer Prostataoperation

Tritt in der Folge des Eingriffs beim Patienten eine Inkontinenz auf und bleibt diese über einen längeren Zeitraum bestehen, gibt es unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten. Eine Inkontinenz nach einer Prostata-Operation kann durch moderne Methoden gut eingedämmt oder sogar vollständig behoben werden. Daher sind Sie ein wichtiges Instrument der Männergesundheit.

Sie leiden unter Harninkontinenz nach einem Eingriff an der Prostata?

Kontaktieren Sie uns und schildern Sie uns Ihre Situation. Wir informieren Sie gern über individuelle Behandlungsmöglichkeiten bei unkontrolliertem Urinverlust. Sie erreichen die Spezialisten im KontinenzZentrum Hirslanden in Zürich telefonisch unter +41 44 387 29 10. Unsere Klinik ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr geöffnet. Nutzen Sie auch gern unsere Online Terminvereinbarung.

Konservative Behandlung: Anti-Inkontinenz-Training nach einer Prostata OP

Durch ein regelmässiges, intensives Beckenbodentraining unter Anleitung des Arztes oder eines speziell ausgebildeten Physiotherapeuten gelingt es in den meisten Fällen, bei den betroffenen Männern eine Kontinenz zu erreichen. In der Regel gelingt dies nach einigen Wochen oder wenigen Monaten. Eine medikamentöse Behandlung, eine Biofeedback-Behandlung und eine elektrische Stimulation können das Beckenbodentraining unterstützen. Mit dem Schliessmuskel- und Beckenbodentraining können die Patienten bereits kurze Zeit nach dem Eingriff beginnen, um die Muskulatur bestmöglich zu trainieren und zu stärken.

Operative Therapie: Methoden und Wirkungsweise

Dauert die Inkontinenz nach einer Prostata-Operation bereits ein Jahr an und lässt sich nicht durch ein Anti-Inkontinenz-Training oder Medikamente beheben, kann eine operative Therapie zum gewünschten Erfolg führen. Es gibt verschiedene etablierte Methoden, um die Harninkontinenz beim Männern zu kurieren oder zumindest einzudämmen. Eine Operation zur Erreichung der Kontinenz kommt frühestens 12 Monate nach der Entfernung bzw. Ausschabung der Prostata in Betracht.

Ein Arzt untersucht einen Patienten bei der Prostata-OP

Unterspritzung der Harnröhrenwand

Ein leichter ungewollter Harnverlust kann durch eine Unterspritzung der Harnröhrenwand behandelt werden. Bei dieser Methode wird unter lokaler Betäubung der männlichen Harnröhre eine zähflüssige Kunststoffmasse von innen in die Wand der Harnröhre gespritzt und damit die Abflussbahn eingeengt. Damit kann ein unfreiwilliger Harnverlust verhindert oder zumindest eingedämmt werden.

Harnröhrenbänder zur Verhinderung des Absinkens der Harnröhre

Für Männer mit Belastungsinkontinenz wurden Harnröhrenbänder und Schlingen entwickelt, die nach einer Prostataentfernung verhindern sollen, dass sich die Harnröhre aus der Verankerung im Beckenboden löst und absinkt. Dadurch funktioniert der Verschluss nicht mehr optimal und es kommt zum unfreiwilligen Harnverlust beim Husten, Niesen oder bei körperlicher Aktivität. Ein Harnröhrenband ist ein aus Kunststoff bestehendes Band, das unter der Harnröhre platziert wird und so ein Widerlager schafft, ähnlich einer Hängematte. Das Band verhindert ein Absinken und sorgt so für einen verbesserten Verschluss.

Harnröhrenballon zur Einengung der Harnröhre

Das Harnröhrenballon-System ProACT ist ein vollständig implantierbares System zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostata-OP. Es besteht aus zwei ungefähr kirschgrossen Silikonballons, die mit einer Zuleitung verbunden sind. Das Harnröhrenballon-System wird wie folgt eingesetzt und justiert:

  • Die Ballons werden rechts und links der Harnröhre unmittelbar an ihrem Abgang aus der Blase platziert und mit Flüssigkeit gefüllt.
  • Die Zuleitungen werden unter der Haut des Hodensacks abgelegt, sodass sie durch die Haut ertastet werden können.
  • Nach der Implantation beginnt man, die Ballons schrittweise aufzufüllen. Mit zunehmender Füllung engen die beiden Ballons dann die Harnröhre ein und verbessern so die Kontinenz.

Adjustierbares Implantat zur individuellen Anpassung

Das ATOMS Implantat ist ein vollständig implantierbares System zur Wiederherstellung der Kontinenz nach einer Prostata-Operation. Es besteht aus einem unter der Harnröhre platzierten adjustierbaren Kissen und ist für alle Grade der Harninkontinenz geeignet. Durch die Verstellbarkeit des Systems kann der Patient es an den individuellen Aktivitätsgrad anpassen.

Schliessmuskelprothesen nach Prostatakrebs

Neben den genannten konservativen Therapieoptionen und operativen Methoden gibt es weitere Behandlungsmöglichkeiten, die Hilfe bei einer Inkontinenz nach einer Prostataoperation bieten können. Besonders bei lange bestehender oder stark ausgeprägter Inkontinenz können Schliessmuskelprothesen die Kontinenz wiederherstellen.

Tele Züri Gesundheitssendung Check-Up

Nach einer Prostatakrebs-Diagnose und einer erfolgreichen operativen Behandlung bekommt Reinhard Gabathuler plötzlich Probleme mit Inkontinenz. Er sucht Hilfe beim Urologie- und KontinenzZentrum in Zürich, um die Inkontinenz nach seiner Prostataoperation behandeln zu lassen. Die Spezialisten des KontinenzZentrums setzen dem 71-Jährigen ein neues Prothesensystem ein – zum ersten Mal überhaupt in der Schweiz. Dank dieser Operation kann Reinhard Gabathuler wieder ein fast ganz normales Leben führen.

Video ansehen

AMS 800, VICTO und VICTO Plus

Die Schliessmuskelprothese AMS 800 besteht aus drei Komponenten: Einer Harnröhrenmanschette, einer Bedienpumpe und einem Ballon. Diese sind untereinander mit Silikonschläuchen verbunden und bilden eine in sich geschlossene Einheit.

Die Manschette dient dem Verschluss der Harnröhre zur Vermeidung eines ungewollten Harnverlusts. Für die gewollte Entleerung der Blase betätigt der Träger die Bedienpumpe, die die Flüssigkeit aus der Manschette pumpt – der Druck auf die Harnröhre lässt nach und gibt den Weg frei. Während der Blasenentleerung fängt der Ballon die abgeleitete Flüssigkeit auf und speichert sie kurzzeitig. Nach der Entleerung der Blase strömt die Flüssigkeit innerhalb von wenigen Minuten automatisch vom Ballon zurück in die Manschette – die Harnröhre ist wieder verschlossen.

Die Schliessmuskelproteste VICTO bzw. VICTO Plus kann bei Inkontinenz nach einer Prostata-OP die Funktion des Harnröhrenschliessmuskels komplett ersetzen.

Die Prothese besteht aus:

  • einer Manschette, die die Harnröhre umschliesst,
  • einer Pumpe, die im Hodensack platziert wird sowie
  • einem oder zwei Ballons, die in den Bauchraum implantiert werden.
Victo Schliessmuskelprotese

Alle Komponenten sind aus Silikon gefertigt, mit einem Schlauchsystem verbunden und mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt. Der Vorteil dieser Prothese:  Der Verschlussdruck kann nach der Implantation durch den Patienten individuell angepasst werden. Über die Pumpe kann das System so nachgefüllt werden, bis ein wasserdichter Verschluss der Harnröhre erreicht ist. Zur Entleerung der Blase wird die Pumpe betätigt, die Flüssigkeit fliesst von der Manschette in den Druckausgleichsballon und die Blase kann entleert werden. Der Wiederverschluss erfolgt automatisch innerhalb kurzer Zeit. Ob ein Ballon (VICTO) oder zwei Ballons (VICTO plus) eingesetzt werden, hängt von der Stärke der Inkontinenz ab.

ZSI 375 PF

Liegt eine schwere Inkontinenz nach der Prostataoperation vor, kann zur Behandlung ein künstlicher Harnblasenschliessmuskel implantiert werden. Unsere erfahrenen Operateure setzen dafür bereits erfolgreich die Schliessmuskelprothese ZSI 375 PF von Zephyr Surgical Implants ein.

Der künstliche Blasenschliessmuskel ZSI 375 PF besteht aus folgenden zwei Hauptkomponenten:

  • Eine ringförmige Manschette, die die Harnröhre wasserdicht umschliesst.
  • Eine Pumpe mit einem Reservoir, das mit einer sterilen Kochsalzlösung gefüllt ist.

Alle Komponenten bestehen aus bioverträglichen Kunststoffen. Ein spezialisierter Arzt setzt die Prothese im Rahmen einer Operation unter Narkose oder regionaler Schmerzausschaltung ein. Die Manschette wird unterhalb des natürlichen Blasenschliessmuskels an der Harnröhre platziert, die Pumpe wird im Hodensack eingesetzt. Nach einer Ruhephase von sechs bis acht Wochen, wird das System aktiviert und der Arzt zeigt dem Patienten, wie er es bedient. Möchte der Patient Wasserlassen, betätigt er einen Knopf an der Pumpe. Diese pumpt die Flüssigkeit aus der Manschette in das Reservoir im Hodensack. Dadurch wird die Harnröhre freigegeben, die Blase kann entleert werden. Nach zwei bis drei Minuten wird die Flüssigkeit in die Manschette zurückgeleitet und die Harnröhre erneut wasserdicht verschlossen. Die Aktivierung des ZSI 375 PF-Systems ist leicht zu erlernen und kann nach kurzer Zeit im Alltag angewendet werden. Das System ist unsichtbar, arbeitet sehr leise und wird von Scannern (z.B. im Rahmen medizinischer Untersuchungen oder am Flughafen) nicht erkannt.

Victo Schliessmuskelprotese

Ob und welche Prothese in Ihrem individuellen Fall geeignet ist, hängt vom Grad der Inkontinenz, bestehenden Erkrankungen und weiteren Faktoren ab. Im Rahmen eines Aufklärungsgesprächs informieren unsere Spezialisten Sie über die verschiedenen Behandlungsmethoden bei einer Harninkontinenz nach der Prostataoperation, deren Risiken und Erfolgsaussichten.

Informieren Sie sich über Inkontinenz nach Prostata-Operation

Kontaktieren Sie uns für ein Beratungsgespräch, wir informieren Sie gerne über Ihre individuellen Möglichkeiten zur Abklärung und Behandlung. Sie erreichen unser Zentrum (KontinenzZentrum Hirslanden) in Zürich telefonisch unter Tel. +41 44 387 29 10. Unsere Klinik ist von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr geöffnet. Nutzen Sie auch unsere Online Terminvereinbarung.