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Organsenkung muss nicht sein

Effektive Therapie bei Senkungen von Blase, Scheide, Gebärmutter oder Darm

Senkung der Gebärmutter im Becken

Gebärmuttersenkung: Ursachen, Symptome, Diagnose- und Behandlungsoptionen

Darstellung einer Gebärmuttersenkung im Saggitalschnitt

Wen kann eine Gebärmuttersenkung treffen?

Senkungszustände im Becken gehören zu den häufigsten Erkrankungen bei Frauen über 55 Jahren. Im Laufe ihres Lebens leidet jede dritte Frau in der Schweiz an einer Gebärmuttersenkung. Diese Beckenbodensenkung ist bei etwa jeder zehnten Frau so ausgeprägt, dass operiert werden muss. Häufig treten derartige Beschwerden während oder nach den Wechseljahren auf. Allerdings kann es auch zu einer Senkung der Gebärmutter kommen, ohne dass Symptome auftreten. Seltener leiden jüngere Frauen daran z.B. nach schweren Geburten.

Was passiert, wenn Uterus und Muttermund im Beckenboden absinken?

Bei einer Senkung kann sich die Gebärmutter oder das Scheidenende in die Scheide hinein senken (Gebärmuttersenkung oder Scheidensenkung). Dieser Vorgang kann unterschiedlich stark ausgeprägt sein und bis hin zum Vorfall vor den Scheideneingang reichen.

Was ist ein Gebärmuttervorfall?

Als Gebärmuttervorfall wird bezeichnet, wenn der Uterus sich nicht nur senkt, sondern teilweise oder sogar ganz aus der Scheide hervorragt. Sollte dies nicht der Fall sein, wird von einer Senkung gesprochen.

Welche Symptome bringt eine Gebärmuttersenkung mit sich?

Wie bereits erwähnt, gibt es nicht immer Beschwerden und somit nicht immer die Notwendigkeit zur Behandlung oder gar zu Operationsverfahren. Darüber hinaus hängt der Grad der Senkung nicht zwangsläufig mit der Schwere der Symptome zusammen. Auftretende Probleme bei einer Senkung der Gebärmutter sind häufig:

Frau mit Gebärmuttersenkung hält sich den schmerzenden Bereich
  • Druck- und Fremdkörpergefühl in der Scheide
  • Unterbauch- und Rückenschmerzen
  • Probleme beim Geschlechtsverkehr (Druck oder Schmerzen)
  • Schwere- und Ziehgefühl im Beckenboden
  • Schwierigkeiten, die Blase und den Darm in gewohnter Weise zu entleeren
  • Inkontinenz
  • häufiges Wasserlassen
  • Blasenentzündung und andere Harnwegsinfektionen
  • Verstopfung
  • Herausragen der Gebärmutter aus der Vagina (beim Gebärmuttervorfall)
  • Reizungen beim Gebärmuttervorfall können zu Geschwüren durch den vergrößerten Druck, zu Verletzungen und zu blutigem Ausfluss führen

Welche Ursachen gibt es für die Absenkung der Gebärmutter?

Die Ursachen einer Senkung der Gebärmutter sind vielfältig und das Risiko kann durch unterschiedlichste Faktoren erhöht werden. Eine geschwächte Beckenbodenmuskulatur kann den Uterus nicht mehr halten und somit kann eine Gebärmutter- oder Scheidensenkung entstehen.

Der Beckenboden besteht aus Bindegewebe und vielen Muskelschichten, wodurch das kleine Becken verschlossen und Organe wie die Gebärmutter gehalten werden. Der aufrechte Gang des Menschen sorgt jedoch für große Belastungen des Beckenbodens, hinzu kommt oftmals der Druck bei einer Schwangerschaft beziehungsweise bei einer Geburt. Zwar dehnen sich dabei die Muskeln und sind oftmals in der Lage, sich entsprechend zurückzubilden und somit die Organe wieder zu “heben”, im Falle einer Gebärmuttersenkung ist dies jedoch nicht geschehen. Häufige Ursachen sind daher:

  • Geburt schwerer und mehrerer Kinder (Mehrlinge) oder eine schnelle Geburtenfolge
  • längerfristig schwere körperliche Belastung durch Arbeit oder Sport
  • Bindegewebe kann genetisch bedingt schon im Vorfeld geschwächt sein (Beckenbodenschwäche)
  • Hormonmangel in der Scheide in der Menopause
  • chronischer Husten
  • Rauchen erhöht das Risiko
  • chronische Verstopfung und Übergewicht
  • sehr selten: Krebserkrankung des Beckenbodens

Die Wahrscheinlichkeit, eine Senkung zu erleiden, steigt mit zunehmendem Alter.

Patientin wird per Ultraschall untersucht

Welche Diagnoseoptionen gibt es bei Senkungszuständen im Becken?

In der Diagnostik geben die klinische Untersuchung und ein Ultraschall im Becken genaueren Aufschluss über die bestehende Senkung der Gebärmutter und verbundener Organe wie der Muttermund. Die urodynamische Untersuchung kann die Auswirkungen der Senkung auf die Blasen- und Beckenbodenfunktion aufdecken.

Zuerst wird der Arzt Sie allerdings nach Ihrer ärztlichen Vorgeschichte sowie zu Ihren Symptomen wie Schmerzen, chronische Verstopfung u. Ä. befragen und die weiblichen Geschlechtsorgane untersuchen.

Sollte eine Inkontinenz vorliegen, ist es wichtig, diese von anderen Formen abzugrenzen, die nicht durch ein Absinken der Gebärmutter verursacht werden.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es?

Wie wir die Senkung der Gebärmutter behandeln, hängt von unterschiedlichen Faktoren ab. Welche (subjektiven) Beschwerden treten auf? Gibt es leichte Schmerzen oder starke? Wie ist der Grad der Gebärmuttersenkung? Wie alt ist die Patientin und wie ist ihr allgemeiner Zustand? Gibt es einen bestehenden Kinderwunsch?

Unterschieden wird dabei zwischen der konservativen und der operativen Therapie.

Konservative Therapieoptionen bei Senkungszuständen

In der Regel wird bei vergleichsweise leichten Symptomen (leichter Grad der Senkung, geringe Inkontinenz) zunächst ein konservatives Vorgehen gewählt.

Bei der konservativen Therapie kommen die lokale Hormonbehandlung und eine Beckenbodentherapie zur Anwendung, sowie das Pessar-Verfahren. Ein Pessar ist ein Würfel, eine Schale oder ein Ring aus weichem Silikon, der in verschiedenen Größen zur Verfügung steht. Pessare können von der Patientin selbst mit Hilfe einer Fett- oder Hormoncreme eingelegt werden, um damit die Senkung und das damit verbundene Druckgefühl zu mildern.

Diese Art der Behandlung beinhaltet auch Maßnahmen gegen die Faktoren, die beim Muttermund zur Senkung führten, wie etwa die Behandlung von starkem Übergewicht oder regelmäßiges Rauchen, welches ebenfalls ein erhöhtes Risiko darstellt. Auch chronische Verstopfung können wir in diesem Verfahren behandeln.

Darüber hinaus steht hier ein gezieltes Beckenbodentraining im Fokus der konservativen Therapie sowie bestimmte Techniken beim Heben oder Tragen schwerer Lasten. Ein konsequentes Beckenbodentraining kann unter Umständen schon die Ursachen der Inkontinenz beseitigen.

Das traditionelle Beckenbodentraining kann durch das Biofeedback und die elektrische Stimulation der Beckenbodenmuskeln ergänzt werden. Bei der Biofeedback-Behandlung wird die Muskelaktivität des Beckens auf einem Bildschirm für die Patientin ersichtlich – mithilfe von Ultraschall oder einer Sonde. Einige Geräte können auch elektrische Impulse abgeben und auf diese Weise die Beckenbodenmuskeln trainieren.

Operative Verfahren beim Absinken des Uterus im Becken

Operationsverfahren wie die roboterassistierte DaVinci Operation zieht der Arzt bei einem höheren Schweregrad des Absinkens in Betracht – etwa wenn konservative Behandlungen die Beschwerden nicht in ausreichendem Masse reduzieren konnten oder die Senkung der Gebärmutter sehr ausgeprägt ist. Ziel der Eingriffe ist es, die ursprüngliche Lage des gesenkten Organs zu rekonstruieren, so die Senkungsbeschwerden wie Schmerzen, Inkontinenz etc. zu lindern und eine normale Funktion des Darms und der Harnblase wiederherzustellen.

In vielen Fällen wird die Operation durch die Scheide hindurch vorgenommen als Raffung der vorderen bzw. hinteren Scheidenwand. Zudem kann neben der Raffung eine Befestigung der Gebärmutter im Becken mittels einer Naht an einem festen Band oder aber auch eine Gebärmutterentfernung erforderlich sein.

In einigen Fällen kann auch ein Eingriff über einen Bauchschnitt sinnvoll sein. Dabei wird ein Netz an der vorderen und hinteren Scheidenwand befestigt und am Kreuzbein fixiert. Tritt nach einer Operation bei Senkung ein Rückfall ein, so kann auch eine Netzeinlage von der Scheide aus erwogen werden.

Ältere Frau am Strand bei Entspannungsübungen gegen Senkung der Gebärmutter

Wie kann ich einer Senkung des Uterus vorbeugen?

Wollen Sie einer Senkung der Gebärmutter vorbeugen, können Sie gewisse Maßnahmen treffen. Treten bereits Symptome auf, können solche Maßnahmen dazu beitragen, dass der Zustand sich nicht verschlechtert.

  • Gezieltes Beckenbodentraining speziell während und insbesondere nach der Schwangerschaft um eine möglichst gute Rückbildung zu ermöglichen
  • Reduzierung des Gewichts
  • auch Ausdauersport, der sich nicht direkt auf den Beckenboden auswirkt wie etwa Schwimmen, Radfahren oder Laufen

Informieren Sie sich jetzt über Ihre individuellen Behandlungsmöglichkeiten bei Gebärmuttersenkung

Kontaktieren Sie uns für ein Beratungsgespräch, wir informieren Sie gerne über Ihre individuellen Abklärungs- und Behandlungsmöglichkeiten. 

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