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Akute und chronische Beckenschmerzen

Akute und chronische Beckenschmerzen

Leiden Sie unter chronischen Beckenschmerzen?

Beeinträchtigen die Schmerzen Ihr tägliches Leben?

Konnten bisher durchgeführte Untersuchungen keine Erklärung für die Schmerzen finden?

Sowohl bei Frauen als auch bei Männern können schmerzhafte Empfindungen von den Beckenorganen ausgehen oder auch diffus im Becken lokalisiert sein.

Was verursacht chronische Beckenschmerzen?

Beckenschmerzen können durch die Blase, die Prostata, den Enddarm, die Geschlechtsorgane wie Gebärmutter, Eierstöcke, Prostata, Hoden oder durch den das Becken stützenden und stabilisierenden Bewegungsapparat hervorgerufen werden.

Auslöser für Schmerzen im Becken können vielfältig sein:  

  • Erkrankung, Entzündung oder Verletzung des betreffenden Organs
  • Endometriose
  • Veränderungen von Schleimhäuten
  • Ernährungsgewohnheiten, Nahrungsmittelunversträglichkeiten und Allergien
  • Chronische Darmkrankheiten
  • Infektionen
  • Verspannungen und Verkrampfungen der Beckenbodenmuskulatur als Folge von körperlichem oder emotionalem Stress, Verletzungen oder Operationen
  • Schmerzen in anderen Regionen des Körpers können sich im Becken manifestieren oder dorthin als Beckenschmerz ausstrahlen
  • Entleerungsstörungen von Blase und Darm können Beckenschmerzen auslösen
     

Chronische Schmerzen und ihre Folgen

Über eine längere Zeit andauernde Beckenschmerzen können sich in eine eigene, sich verselbstständigende chronische Schmerzkrankheit entwickeln. Die Schmerzen haben dann ihre Leit- und Warnfunktion verloren. Körperlicher oder emotionaler Stress kann dazu führen, dass die Schmerzen noch unangenehmer empfunden werden.  Oft bestehen auch Schmerzen während und /oder nach dem Geschlechtsverkehr, so dass Sexualität und Partnerschaft beinträchtig werden.  

Welche Ausprägungen chronischer Beckenschmerzen gibt es?

  • Prostataschmerz (Chronische Prostatitis): Die Entzündung der Prostata mit verstärktem, schmerzhaftem Harndrang, Druckgefühl im Dammbereich und erschwerter, schmerzhafter Blasenentleerung wird häufig als Beckenschmerz empfunden. Man unterscheidet eine durch Bakterien verursachte Prostatitis von einer nicht bakteriellen Form. Die Behandlung dieser Prostataentzündung orientiert sich an den Beschwerden und ist oft langwierig und schwierig.
  • Harnröhrenschmerz: brennenden Schmerzen beim Wasserlassen oft auch nach dem Geschlechtsverkehr werden als Beckenschmerz wahrgenommen.
  • Hodenschmerz: brennende oder ziehende Schmerzen der Hoden, der Nebenhoden oder des Hodensacks, treten gelegentlich nach Vasektomie oder Leistenhernienoperationen auf und verursachen Schmerzen im Becken.
  • Endometriose: Erkrankung des Beckens, bei der sich Inseln von Gebärmutterschleimhaut ausserhalb der Gebärmutter ansiedeln. Endometrioseherde sind meistens im Unterbauch (z.B. in Eierstöcken, am Bauchfell, am Darm oder an der Blase) seltener auch in anderen Organen (Haut, Lunge) zu finden und werden durch die Hormone des Monatszyklus beeinflusst. Genau wie die normale Gebärmutterschleimhaut wachsen auch sie zyklusabhängig und können so Beckenschmerzen hervorrufen.
  • Vulvadynie oder Scheidenschmerzen sind Missempfindungen und Schmerzzustände im Bereich der äußeren Geschlechtsorgane der Frau, für die oft keine erkennbaren Ursachen gefunden werden können, aber als Beckenschmerz empfunden werden.
  • Reizdarmsyndrom als Ursache für Beckenschmerzen: funktionelle Darmerkrankungen mit unregelmäßigem Stuhlgang mit Verstopfung, Diarrhoe oder beidem im Wechsel. Das Reizdarmsyndrom kann Symptome aller möglichen Darmerkrankungen nachahmen, die Diagnose kann entsprechend erst nach Ausschluss anderer möglicher Darmerkrankung gestellt werden.
  • Analschmerzsyndrom: Schmerzen am Darmausgang, gelegentlich Folge von Hämorrhoiden, Analfissuren, Entzündungen des Analkanals oder Reizdarmsyndrom werden als Beckenschmerz wahrgenommen.
  • Neuropathischer Schmerz: Irritation, Beschädigung oder Einklemmung von Beckennerven (zum Beispiel des Pudendusnerven) verursachen Beckenschmerz.
  • Schmerzen bei Beckenbodenfunktionsstörungen: Beckenschmerzen bei muskulärer Verspannung und Verhärtung im Beckenboden, häufig mit Schmerzausstrahlungen und umschriebenen, den Schmerz auslösenden Arealen (Triggerpunkten) - häufig mit Entleerungsstörungen von Blase und/oder Darm verbunden.


Wann benötigen Sie Hilfe durch einen Spezialisten?

Eine Vielzahl von leichten, noch nicht zu lange bestehenden Schmerzen im Beckenbereich können Sie selbst positiv beeinflussen und zu deren Linderung beitragen. Bei unzureichender Besserung braucht es jedoch die Abklärung und Behandlung durch erfahrene Fachspezialisten, um eine weitere Verschlimmerung und Chronifizierung der Beckenschmerzen zu vermeiden. Halten Schmerzen im Becken länger als vier Wochen an, so ist eine Abklärung bei einem spezialisierten Facharzt sinnvoll.

Nach einer gründlichen Anamnese und ausgewählten Untersuchung können Ihnen Spezialisten eine, dem Krankheitsbild und den individuellen Bedürfnissen angepasste Therapie empfehlen und Sie im Heilungsprozess persönlich und bei Bedarf längerfristig begleiten.

Kontaktieren Sie uns für ein Beratungsgespräch, wir informieren Sie gerne über Ihre individuellen Behandlungsmöglichkeiten.

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Das können Sie selber tun, um Ihre Schmerzen zu lindern

  • Vermeiden Sie saure, scharfe, koffeinhaltige Getränke und Speisen. Führen Sie ein Tagebuch um zu bemerken, ob auch andere Nahrungsmittel die Symptome verstärken.
  • Yoga, Tai Chi und Meditationen können helfen die Schmerzen zu dämpfen. Nicht jede Methode ist für alle geeignet, versuchen Sie etwas zu finden, was für Sie entspannend ist. Manchmal hilft schon, einmal täglich für 10 Minuten tief Ein- und Auszuatmen.
  • Versuchen Sie die stressauslösenden Faktoren in Ihrem Leben zu reduzieren. Sie können lernen, anders mit Stress umzugehen und ihn anders zu empfinden.
  • Finden Sie Übungen zur Lockerung der verspannten Muskulatur im Bauch, Becken und Innenseite der Oberschenkel.
  • Leichtes lockeres Joggen oder Spazieren ohne Anstrengung oder Leistungsdruck kann helfen die Schmerzen und unangenehmen Gedanken zu vermindern.