Rezidivierende Harnwegsinfektionen (Blasenentzündungen) sind für viele Frauen eine grosse Belastung – Schmerzen, häufige Arztbesuche und immer wieder Antibiotika. Neue wissenschaftliche Studien zu bakteriellen Impfstoffen wie MV140 (Uromune), OM‑89/Uro‑Vaxom und StroVac zeigen, dass sich die Zahl der Infekte bei ausgewählten Patientinnen deutlich reduzieren lässt und der Antibiotikaverbrauch spürbar sinkt.¹–³

Was leisten die neuen Impfungen bei wiederkehrenden Blasenentzündungen?

Bakterielle Impfungen und Immunstimulanzien trainieren das Immunsystem gezielt gegen typische Harnwegskeime wie E. coli und können Rückfälle nachhaltig verringern. Studien zeigen:¹ ²

  • Mit MV140 blieben in einigen Untersuchungen 40–60 % der Frauen über 9–12 Monate frei von neuen Harnwegsinfekten, insgesamt nahm die Zahl der Infekte um etwa 70–75 % ab.¹
  • OM‑89 (Uro‑Vaxom) senkte in älteren Studien die Rezidivrate um rund 30–40 %, neuere Analysen sehen den Effekt jedoch weniger ausgeprägt.⁴–⁷
  • StroVac konnte vor allem bei sehr häufigen Infekten (≥7 pro Jahr) zusätzlich Nutzen zeigen, die Datenlage ist aber heterogen.⁸ ⁹

Gemeinsam ist diesen Verfahren: Sie gelten insgesamt als gut verträglich, schwere Nebenwirkungen sind selten.² ³ ¹⁰

Für wen sind diese Impfungen gegen Zystitis geeignet?

Von einer Immunprophylaxe profitieren insbesondere Patientinnen mit häufigen, unkomplizierten bakteriellen Harnwegsinfektionen:¹¹ ¹²

  • bei denen mindestens 3 bestätigte Infekte pro Jahr oder 2 in 6 Monaten auftreten
  • bei denen trotz guter Trinkgewohnheiten, angepasster Intimhygiene und anderen Massnahmen weiterhin Rezidive bestehen,
  • bei denen eine Langzeit‑Antibiotikatherapie wegen Nebenwirkungen, Resistenzen oder persönlicher Präferenz möglichst vermieden werden soll¹³ ¹⁴

Wichtig ist eine vorgängige urologische Abklärung, um strukturelle oder funktionelle Ursachen (z.B. Restharn, Steine, Abflussstörungen) auszuschliessen und die Erregerlage genau zu kennen. Eine Impfung ist kein „Schnellschuss“, sondern Teil eines individuellen Präventionskonzeptes.¹⁵

Was sollten Patientinnen vor der Impfung wissen?

Damit eine Impfung gegen Blasenentzündungen sinnvoll eingesetzt wird, sind einige Punkte entscheidend:²–⁵ ¹⁴–¹⁶

  • Gesicherte Diagnose: Es braucht wiederholte, klar dokumentierte Harnwegsinfektionen mit positivem Urinbefund – unspezifische Blasenbeschwerden ohne Bakteriennachweis reichen nicht.¹³
  • Richtige Auswahl des Präparats: Je nach Erreger (häufig E. coli), Häufigkeit der Infekte, Alter, Menopausenstatus und Begleiterkrankungen kann eine sublinguale (MV140), orale (OM‑89) oder parenterale (StroVac) Immunprophylaxe sinnvoll sein.¹–³ ⁸–¹²
  • Therapietreue: Die Wirksamkeit hängt stark davon ab, dass das empfohlene Schema (z.B. MV140 täglich über 3 Monate) konsequent eingehalten wird.¹–³
  • Begleitmassnahmen beibehalten: Trinkmenge, regelmässiges Wasserlassen, ggf. lokale Östrogentherapie in der Postmenopause sowie Optionen wie D‑Mannose oder Cranberry bleiben wichtig – die Impfung ergänzt diese Strategien, sie ersetzt sie nicht.¹⁴–¹⁶
  • Realistische Erwartungen: Die Impfung kann Zahl und Schwere der Infekte deutlich reduzieren, bietet aber keinen absoluten Schutz – einzelne Episoden sind weiterhin möglich.² ³ ¹⁰–¹²
  • Kostenaspekt: In der Schweiz werden Impfungen gegen Blasenentzündungen meist nicht von der obligatorischen Grundversicherung übernommen und gelten häufig als Selbstzahler‑Leistung. Ob eine Zusatzversicherung Beiträge übernimmt, ist individuell und sollte im Vorfeld mit der Krankenkasse geklärt werden.¹⁶

Warum ins KontinenzZentrum Hirslanden?

Das KontinenzZentrum Hirslanden ist auf Blasen‑, Beckenboden‑ und Kontinenzerkrankungen spezialisiert und verfügt über grosse Erfahrung in der Abklärung und Behandlung rezidivierender Harnwegsinfektionen. Das Team nutzt die neuesten internationalen Leitlinien und die aktuelle Studienlage zu MV140, OM‑89, StroVac und weiteren Immunstrategien, um Patientinnen evidenzbasiert zu beraten.² ³ ¹⁰–¹²

Unter der Leitung erfahrener Urologinnen und Urologen werden:¹⁵

  • die Vorgeschichte, Laborbefunde und Bildgebung sorgfältig analysiert
  • funktionelle Abklärungen (z.B. Restharn, Blasenentleerung, ggf. urodynamische Messungen) durchgeführt
  • und auf dieser Basis ein individuelles Präventionskonzept erstellt, das moderne Immunprophylaxe, alltagstaugliche Verhaltens‑ und Lokaltherapien sowie – falls unumgänglich – eine gezielt eingesetzte Antibiotikastrategie kombiniert.¹¹ ¹²

Patientinnen, die unter „ständig wiederkehrenden Blasenentzündungen“ leiden oder nach einer antibiotikasparenden, wissenschaftlich fundierten Lösung suchen, finden im KontinenzZentrum Hirslanden eine kompetente Anlaufstelle, die neueste Studienergebnisse in eine persönliche, verständliche und pragmatische Behandlung übersetzt.¹–¹⁶

 

Quellen

  1. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10841562/
  2. https://colab.ws/articles/10.1007%2Fs11255-021-02987-4
  3. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38585593/
  4. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34499326/
  5. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38060333/
  6. https://www.ncbi.nlm.nih.gov/books/NBK611967/
  7. http://mccormickml.com/2024/04/23/colab-gpus-features-and-pricing/
  8. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10995795/
  9. https://www1.racgp.org.au/getattachment/20a87144-551c-4d5d-a194-66c52dfadc67/What-to-do-about-recurrent-urinary-tract-infection.aspx
  10. https://www.inmunotek.com/en/mv140_eau24/
  11. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10052183/
  12. https://www.nice.org.uk/guidance/ng112
  13. https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11728758/
  14. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37931282/
  15. https://bpac.org.nz/2025/uti.aspx