Blasenprobleme durch Stress - was kann helfen?

Plötzlicher, ungewollter Urinverlust kann körperliche, aber in manchen Fällen auch seelische Ursachen haben verschiedene Ursachen haben. Insbesondere bei der Dranginkontinenz können psychischen Belastungen möglicherweise eine Rolle spielen.

Stress ist bekannt dafür, der Auslöser vieler Krankheiten zu sein. Während die einen bei Stress Schlafstörungen haben, kann bei anderen die psychische Belastung zu einer schwachen Blase führen.

Dranginkontinenz und Stress können zusammenhängen

«Es ist möglich, dass die Dranginkontinenz Stress und psychische Belastungen als mögliche Auslöser hat. Das sind im Vergleich zu anderen Harninkontinenz-Ursachen aber eher seltenere Fälle. Die psychogene Blase zeigt sich meist über eine häufige Drangsymptomatik sowie Blasenschmerzen. Es muss nicht zwingend zu Harnverlust kommen. Dann sprechen Mediziner von einer 'trockenen überaktiven Blase'. Kommt es hingegen zum Urinverlust, ist von einer 'nassen, überaktiven Blase' die Rede.»

Welchen Einfluss hat Stress auf die Blase?

In der Blase senden Nervenzellen abhängig vom Füllstand der Blase bestimmte Signale an die Blasenmuskulatur. Sorgen, seelische Belastungen, psychischer Druck können einen Einfluss haben. Die Blase kann "nervöser" werden und immer wiederkehrenden intensiven Harndrang, Blasenschmerzen und in manchen Fällen auch Harnverlust auslösen.

«Der Beckenboden und die Sexualorgane können durchaus auf psychogene Einflüsse reagieren. Darauf spielen auch Sprichwörter wie 'Die Blase ist der Spiegel der Seele' oder 'Urin statt Tränen' an. Viele Menschen kennen es, dass besonders unter Stress und in belastenden Situationen ständig die Blase drückt. Frauen sind häufiger von der stressbedingten überaktiven Blase betroffen als Männer.»

Was hilft bei stressbedingten Blasenstörungen?

In jedem Fall sollte bei einem plötzlichen Auftreten von Blasenstörungen oder Harnverlust Wer immer einen Urologen aufsuchen und die Ursache geklärt werde, damit. Es sei zum einen körperliche Ursachen ausgeschlossen bzw. behoben werden können. In den meisten Fällen kann durch eine ärztlicher Behandlung eine Verbesserung oder die komplette Heilung der Blasenschwäche erreicht werden.

Besteht der Verdacht, dass seelische Faktoren die Ursache der Dranginkontinenz sind, können verschiedene Therapiemaßnahmen miteinander kombiniert werden:

  • Medikamente
  • Toilettentraining und Harnhalteübungen
  • Elektrotherapie oder Akupunktur
  • Entspannungstherapien, wie Meditation oder Autogenes Training, können helfen, mit seelischen Belastungen besser zurecht zu kommen.
  • Botox kann die Blasenmuskulatur entspannen.
  • Beckenbodentraining stärkt die Blasenmuskulatur.
  • Oft hilft es Getränke und Speisen zu reduzieren oder ganz zu streichen, die Harntreibend sind oder die Blase reizen. Dazu zählen z.B. Kafee, Alkohol, Schwarztee und scharfe Gewürze. Saure Speisen und Getränke können die Blase reizen.

Wann kann eine Psychotherapie helfen?

In manchen Fällen kann ein es empfehlenswert sein, die Blasenschwäche begleitend auch psychotherapeutisch zu behandeln.

«Merken Betroffene, dass bestimmte Belastungssituationen die Beschwerden verstärken, oder vermutet der behandelnde Arzt einen Zusammenhang zwischen bestimmten Lebenssituationen und der Harninkontinenz, kann eine Psychotherapie eine Option sein. Ratsam ist es zudem auch, zu schauen, ob sich psychische Auffälligkeiten möglicherweise aufgrund der Harninkontinenz beziehungsweise der belastenden Harnsymptomatik ausgebildet haben.»

Quelle

T-online.de «Wenn Stress auf die Blase schlägt», Prof. Dr. Daniela Schultz-Lampel