Zwei Testmethoden im Vergleich – warum der schonende Test oft der beste erste Schritt ist und das zweistufige Verfahren jederzeit offenbleibt
Sie haben schon vieles gegen Ihre Blasenbeschwerden versucht und denken über einen Blasenschrittmacher nach? Dann steht vor der Entscheidung ein Test, der zeigt, ob die Behandlung bei Ihnen wirkt. Dafür gibt es zwei Wege: die periphere Nervenevaluation (PNE), ambulant in örtlicher Betäubung, oder die zweistufige Implantation im Operationssaal. Lesen Sie, warum der ambulante Test oft der beste erste Schritt ist, wann das zweistufige Verfahren folgen kann und wie Prof. Dr. med. André Reitz den ambulanten Test weiterentwickelt hat.
Das Wichtigste in Kürze
- Vor jedem Blasenschrittmacher steht eine Testphase. Sie ist der einzige verlässliche Hinweis auf den späteren Erfolg 1.
- Erfolgsraten schwanken stark: je nach Beschwerdebild, neurologischer Grunderkrankung und Definition von «Erfolg» 2,3.
- Mit der klassischen PNE gingen in Studien rund 45 bis 55 Prozent zum dauerhaften System über, nach dem zweistufigen Test rund 70 bis 80 Prozent 3,4,5.
- Moderne PNE-Techniken verkleinern diesen Abstand. Mit der bipolaren PNE von Prof. Reitz stieg die Erfolgsrate von 47 auf 58 Prozent, bei neurologisch bedingten Störungen auf 63 Prozent 6.
- Die PNE erkennt etwas weniger Responder, ist dafür aber deutlich weniger invasiv, kostengünstiger und mit weniger Infektionen verbunden – die Hürde für den Test ist also tief 4,7.
- Überzeugt die PNE nicht ganz, kann im zweiten Schritt immer noch das zweistufige Verfahren folgen. Fast die Hälfte dieser Betroffenen spricht dann an 8.
- Der langfristige Erfolg des Blasenschrittmachers hing in einer Studie nicht davon ab, mit welcher Methode getestet wurde 8.
Warum der Test so wichtig ist
Der Blasenschrittmacher, medizinisch sakrale Neuromodulation, stimuliert sanft die Nerven im Kreuzbein, die Blase und Beckenboden steuern. Die europäische Leitlinie empfiehlt ihn bei überaktiver Blase und Dranginkontinenz, wenn Medikamente nicht ausreichend helfen. Er kommt auch bei bestimmten Blasenentleerungsstörungen infrage 1.
Ob die Methode bei Ihnen wirkt, lässt sich nicht im Voraus berechnen. Deshalb testen Sie sie zuerst in Ihrem Alltag und führen ein Blasentagebuch. Bessern sich Ihre Beschwerden um mindestens die Hälfte, ist ein dauerhaftes System sinnvoll 4. So entscheiden Sie auf Basis Ihrer eigenen Erfahrung, nicht auf Verdacht.
Zwei Wege zum Test
Die periphere Nervenevaluation (PNE): ambulant und schonend
Feine, vorübergehende Testelektroden werden in örtlicher Betäubung durch die Haut neben die Sakralnerven gelegt und mit einem kleinen externen Stimulator verbunden. Weil Sie wach sind, können Sie genau beschreiben, wo Sie das Kribbeln spüren. Diese Rückmeldung hilft, die Elektroden exakt zu platzieren 4,6. Der Test dauert bei Blasenbeschwerden typischerweise rund eine Woche, danach werden die Testelektroden einfach entfernt 4. Nur wenn der Test erfolgreich war, folgt ein Eingriff im Operationssaal: die Implantation des dauerhaften Systems 7.
Die zweistufige Implantation: im Operationssaal, mit längerer Testphase
Hier wird bereits im ersten Schritt die dauerhafte Elektrode mit kleinen Widerhaken eingesetzt, meist in Sedierung oder Narkose und unter Röntgenkontrolle. Die Testphase dauert typischerweise zwei bis drei Wochen 4. Ist der Test erfolgreich, wird in einem zweiten Eingriff das Gerät eingesetzt, andernfalls wird die Elektrode wieder entfernt 7.
Warum Erfolgszahlen so unterschiedlich sind
Wer im Internet nach Erfolgsraten sucht, findet Werte zwischen rund 40 und fast 90 Prozent. Das liegt weniger an den Methoden selbst als daran, wer getestet und wie gemessen wurde:
- Das Beschwerdebild: Bei Blasenschmerzsyndrom gingen in einer Metaanalyse von 2026 nach der PNE 53 Prozent und nach dem zweistufigen Test 75 Prozent zum dauerhaften System über 3. Bei Dranginkontinenz sind die Chancen eines positiven Tests besonders gut 9.
- Eine neurologische Grunderkrankung: Bei neurologisch bedingten Blasenstörungen lag die Erfolgsrate der Testphase in einer Metaanalyse im Mittel bei 66 Prozent, je nach Störung zwischen 52 und 69 Prozent 2.
- Die Definition von Erfolg: Manche Studien zählen eine Besserung um mindestens die Hälfte in einem einzigen Tagebuchwert, andere die tatsächliche Implantation oder den Erfolg nach Jahren 4,9.
- Die Datenquelle: Klinische Studien zeigen nach dem zweistufigen Test deutlich höhere Übergangsraten als Abrechnungsdaten von Versicherern (79 gegenüber 45 Prozent) 3.
- Die Technik: Ein- oder beidseitige Testelektroden, mit oder ohne Röntgenkontrolle, unipolar oder bipolar – all das beeinflusst das Ergebnis 4,6.
Realistisch ist deshalb: Der zweistufige Test führt meist bei rund 70 bis 80 Prozent zum dauerhaften System 3,4,5. Die klassische PNE lag historisch bei rund 45 bis 55 Prozent 4,5. Wie weit eine moderne PNE an den zweistufigen Test heranreicht, hängt stark von Technik und Erfahrung ab.
Was die Studien zeigen
Der zweistufige Test erkennt etwas mehr Responder
In einer randomisierten Studie mit 30 Frauen mit Dranginkontinenz erhielten nach dem zweistufigen Test 88 Prozent ein dauerhaftes System, nach der klassischen PNE 46 Prozent 10. In einer niederländischen Studie mit 100 Betroffenen, die beide Tests durchliefen, sprachen 47 Prozent auf die PNE und 69 Prozent auf den zweistufigen Test an 11. Auch eine grosse US-Auswertung von 2024 mit über 900 älteren Menschen zeigte nach der PNE 53 Prozent und nach dem zweistufigen Test 72 Prozent Übergang zum dauerhaften System 5.
Die moderne PNE holt auf
Die PNE von heute ist nicht mehr die von vor 20 Jahren. In einer Serie der Cleveland Clinic mit 102 Betroffenen sprachen mit beidseitigen, unter Röntgenkontrolle platzierten Testelektroden 77 Prozent auf die PNE an – etwa so viele wie in Berichten zum zweistufigen Test 9. Eine Auswertung aus Saudi-Arabien und Kanada fand keinen Unterschied zwischen beiden Wegen, weder beim Übergang zum dauerhaften System noch im weiteren Verlauf 12. Beide Studien wurden bisher nur als Kongressbeiträge veröffentlicht und sind rückblickend. Eine Übersichtsarbeit von 2026 fasst zusammen: Der zweistufige Test bleibt der Goldstandard, die PNE ist durch technische Fortschritte aber zuverlässiger geworden und für ausgewählte Patientinnen und Patienten eine überzeugende Option 7.
Der Stufenweg: erst schonend testen, bei Bedarf zweistufig
Der zweistufige Test erkennt zwar etwas mehr Responder, verlangt dafür aber von Anfang an zwei Eingriffe im Operationssaal – auch dann, wenn der Blasenschrittmacher am Ende nicht wirkt 4,7. Die PNE ist deutlich weniger belastend. Das senkt die Hürde, die Behandlung überhaupt auszuprobieren. Und sie schliesst nichts aus: Überzeugt das Ergebnis nicht ganz, steht der zweistufige Test im zweiten Schritt weiterhin offen 4,7.
- Schritt 1 – die ambulante PNE: schonend, in örtlicher Betäubung, rund eine Woche Test im Alltag 4.
- Klares Ergebnis: Bessern sich Ihre Beschwerden deutlich, folgt direkt die Implantation des dauerhaften Systems – mit nur einem Eingriff im Operationssaal 7. Zeigt sich gar keine Wirkung, haben Sie sich eine Operation erspart.
- Ergebnis nicht ganz überzeugend: Ist die Wirkung unklar oder nur teilweise vorhanden, können Sie im zweiten Schritt das zweistufige Verfahren wählen. Die längere Testphase mit der stabilen, endgültigen Elektrode gibt dann eine verlässlichere Antwort 4,7.
Dass sich dieser Weg lohnt, zeigt eine niederländische Studie: 44 Prozent der Betroffenen mit nicht erfolgreicher PNE sprachen anschliessend auf den zweistufigen Test an. Ihr Langzeiterfolg war genauso gut wie bei denen, die direkt auf die PNE angesprochen hatten 8. Wer mit der PNE beginnt, verliert also keine Chance – nimmt aber in Kauf, dass bei einem Teil der Betroffenen ein zweiter Test nötig wird.
Vor- und Nachteile im Detail
Periphere Nervenevaluation (PNE)
Vorteile
- Schonend und mit tiefer Eintrittsschwelle: ambulant und in örtlicher Betäubung, ohne Narkose 4,7.

- Nichts verbaut: Überzeugt der Test nicht ganz, kann das zweistufige Verfahren folgen 4,8.
- Präzise Rückmeldung: Weil Sie wach sind, beschreiben Sie, wo Sie die Stimulation spüren. Das ermöglicht eine genaue Platzierung, auch an mehreren Nervenwurzeln beidseits 4,6.
- Nur ein Eingriff im Operationssaal, und nur dann, wenn der Test erfolgreich war 7.
- Geringeres Infektionsrisiko, weil Test und Implantation vollständig getrennt sind 4,6. In der US-Auswertung traten Wundkomplikationen nach der PNE seltener auf (0,6 gegenüber 2,5 Prozent) 5.
- Geringere Kosten für die Testphase 4,7.
Nachteile
- Verschiebung: Die Testelektroden haben keine Widerhaken und können sich verschieben 6,7.
- Etwas weniger Responder: Die kürzere Testphase kann zu falsch negativen Ergebnissen führen. Dann kann ein zweistufiger Test nötig werden 6,8.
- Neue Platzierung: Die dauerhafte Elektrode wird neu eingesetzt und liegt nicht zwingend exakt an der getesteten Stelle 6. Nach einer PNE waren Folgeeingriffe in einer grossen Auswertung etwas häufiger 7.
Zweistufige Implantation
Vorteile
- Höhere Treffsicherheit: Etwas mehr Betroffene, denen der Blasenschrittmacher hilft, werden erkannt – auch nach einer nicht überzeugenden PNE 4,8,10,11.

- Test mit der endgültigen Elektrode: Die Elektrode mit Widerhaken sitzt stabil und bleibt nach erfolgreichem Test an Ort und Stelle 7.
- Längere Testphase von zwei bis drei Wochen, besonders hilfreich bei schwankenden Beschwerden und neurologischen Erkrankungen 4.
Nachteile
- Zwei Eingriffe im Operationssaal, auch bei negativem Test, meist in Sedierung oder Narkose 4,7.
- Eingeschränkte Rückmeldung: In Narkose kann die Lage nur über Muskelreaktionen beurteilt werden 4.
- Mehr Infektionen in älteren Studien, neuere Daten zeigen allerdings niedrige Raten 4,7.
- Höhere Kosten durch Operationssaal und Anästhesie 4,7.
Die beiden Wege auf einen Blick
|
|
PNE (ambulant) |
Zweistufige Implantation |
| Betäubung | Örtliche Betäubung 4 | Meist Sedierung oder Narkose 7 |
| Eingriffe im Operationssaal | Einer, nur bei erfolgreichem Test 7 | Zwei, auch bei negativem Test 7 |
| Testelektrode | Vorübergehend, ohne Widerhaken 7 | Endgültige Elektrode mit Widerhaken 7 |
| Testdauer | Rund eine Woche 4 | Zwei bis drei Wochen 4 |
| Übergang zum dauerhaften System | Klassisch rund 45 bis 55 Prozent, mit moderner Technik höher 4,5,6,9 | Meist rund 70 bis 80 Prozent 3,4,5 |
| Rolle im Stufenweg | Schonender erster Schritt, besonders bei überaktiver Blase und Dranginkontinenz ohne neurologische Grunderkrankung 7,9 |
Zweiter Schritt bei nicht überzeugender PNE; direkter Weg vor allem bei neurologisch bedingten Blasenstörungen 4,7,8 |
Neu gedacht: die bipolare PNE nach Prof. Reitz
Die zentrale Frage lautete: Lässt sich der schonende ambulante Test so verbessern, dass er an die Treffsicherheit des zweistufigen Tests heranrückt? Prof. Dr. med. André Reitz ist dieser Frage mit Kollegen nachgegangen und hat die Ergebnisse in der Fachzeitschrift «Aktuelle Urologie» veröffentlicht 6.
Was das Verfahren besonders macht
- Vier statt zwei Testelektroden: an beiden Seiten und auf zwei Nervenebenen (S3 und S4), präzise unter Röntgenkontrolle platziert 6. Die ICS empfiehlt beidseitige Testelektroden, um Testversagen durch Verschiebung zu verringern 4.
- Bipolare Stimulation: Der Strom fliesst zwischen zwei Elektroden, die nur rund eineinhalb Zentimeter auseinanderliegen, statt über zehn Zentimeter oder mehr zu einer Klebeelektrode auf der Haut. So wirkt der Reiz gezielt am Nerv 6.
- Individuell angepasster Testablauf über acht Tage: zunächst einseitig, bei fehlender Wirkung nach drei Tagen beidseitig, mit wechselnden Einstellungen 6.
Die Ergebnisse
- 100 Patientinnen und Patienten, alle vom selben erfahrenen Operateur behandelt 6.
- Höhere Erfolgsrate: 58 Prozent mit bipolarer gegenüber 47 Prozent mit klassischer Stimulation. Ohne neurologische Grunderkrankung waren es 58 gegenüber 41 Prozent, bei neurologisch bedingten Störungen 63 gegenüber 57 Prozent 6.
- Sicher: Bei 400 Elektroden trat keine Komplikation auf. Auch wenn sich einzelne Elektroden verschoben, konnte der Test dank der zusätzlichen Elektroden bei allen abgeschlossen werden 6.
- Gezielte Weiterbehandlung: Drei Personen, die mit einem einseitigen Implantat nicht ausreichend profitierten, erzielten mit einem beidseitigen System eine Besserung 6.
Zur Einordnung: Die bipolare Technik schliesst einen grossen Teil der Lücke zwischen klassischer PNE und zweistufigem Test, der in der Literatur bei 75 bis 80 Prozent liegt 6. Der Unterschied war in dieser Studiengrösse statistisch noch nicht gesichert. Die Ergebnisse zeigen aber, wie viel Präzision in der Testphase bewirkt – und dass ein schonender ambulanter Test nicht weniger Sorgfalt bedeutet 6.
Welcher Test passt zu Ihnen?
Für viele Betroffene ist die ambulante PNE der sinnvolle Einstieg, weil sie schonend ist und den zweistufigen Test als zweite Möglichkeit offenhält. Gemeinsam mit Ihnen wägen wir ab:
- Ihre Diagnose: Bei überaktiver Blase und Dranginkontinenz ohne neurologische Grunderkrankung ist die PNE eine gute erste Wahl 7,9. Bei neurologisch bedingten Blasenstörungen empfehlen Fachgesellschaften meist den zweistufigen Test 4,7. In der Studie von Prof. Reitz sprachen allerdings auch 63 Prozent der neurologisch Betroffenen auf die bipolare PNE an 6 – die Wahl erfolgt deshalb individuell.
- Ihre Gesundheit: Ist eine Narkose mit einem erhöhten Risiko verbunden, spricht viel für die ambulante PNE 7.
- Ihr Empfinden: Wer einen Eingriff im Wachzustand nicht gut tolerieren kann, ist mit dem zweistufigen Test besser beraten 7.
- Ihr Verlauf: Überzeugt das Ergebnis der PNE nicht ganz, besprechen wir mit Ihnen den zweistufigen Test als nächsten Schritt 4,8.
Grundlage jeder Entscheidung ist eine gründliche Abklärung mit Urinuntersuchung, Blasentagebuch, Ultraschall, neurologischer Untersuchung und Video-Urodynamik 6.
Warum Betroffene zu uns ins KontinenzZentrum Hirslanden kommen
Beim Blasenschrittmacher entscheidet Erfahrung über den Erfolg: bei der Wahl des richtigen Tests, bei der präzisen Platzierung der Elektroden und in der langfristigen Nachsorge. Seit 2010 behandeln wir Menschen mit überaktiver Blase, Entleerungsstörungen und neurologisch bedingten Blasenproblemen. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. André Reitz verbinden wir mehr als 25 Jahre klinische und wissenschaftliche Erfahrung mit modernster Technik.
- Beide Testmethoden aus einer Hand: Wir bieten PNE und zweistufige Implantation an. So können Sie schonend beginnen und bei Bedarf nahtlos zum zweistufigen Verfahren wechseln.
- Forschung, die Ihnen direkt zugutekommt: Reitz hat die bipolare PNE selbst wissenschaftlich untersucht und weiterentwickelt.
- Ausgewiesene Erfahrung: Mehr als 500 Neuromodulationen sowie über 15'000 urodynamische Untersuchungen.
- Interdisziplinär und individuell: Wir betrachten Blase, Beckenboden und Ihre Lebenssituation als Ganzes.
- Langfristig an Ihrer Seite: Die Leitlinie empfiehlt eine lebenslange Nachsorge für den Blasenschrittmacher. Wir begleiten Sie von der Abklärung bis weit über die Implantation hinaus 1.
Sie möchten wissen, ob der Blasenschrittmacher Ihnen helfen kann und welcher Test zu Ihnen passt? Vereinbaren Sie jetzt Ihre persönliche Beratung.
Sie erreichen unser Zentrum (KontinenzZentrum Hirslanden) in Zürich telefonisch von Montag bis Freitag zwischen 8 und 17 Uhr +41 44 387 29 10. Nutzen Sie auch unsere Online-Terminvereinbarung!
Häufige Fragen
Was ist eine periphere Nervenevaluation (PNE)?
Die PNE ist ein ambulanter Test für den Blasenschrittmacher. Feine, vorübergehende Elektroden werden in örtlicher Betäubung neben die Sakralnerven gelegt. Sie testen die Stimulation rund eine Woche im Alltag, danach werden die Elektroden entfernt 4.
Was ist der Unterschied zwischen PNE und zweistufiger Implantation?
Bei der PNE werden vorübergehende Testelektroden ambulant in örtlicher Betäubung eingelegt. Bei der zweistufigen Implantation wird die dauerhafte Elektrode bereits im Operationssaal eingesetzt, meist in Sedierung oder Narkose. Ein zweiter Eingriff folgt in jedem Fall: das Gerät einsetzen oder die Elektrode entfernen 4,7.
Wie hoch sind die Erfolgsraten?
Das hängt stark vom Beschwerdebild, von einer neurologischen Grunderkrankung und von der Erfolgsdefinition ab 2,3. Nach dem zweistufigen Test gehen meist rund 70 bis 80 Prozent zum dauerhaften System über, nach der klassischen PNE rund 45 bis 55 Prozent 3,4,5. Mit der bipolaren PNE stieg die Erfolgsrate in der Studie von Prof. Reitz auf 58 Prozent 6.
Ist die PNE schmerzhaft?
Die PNE erfolgt in örtlicher Betäubung. Die Stimulation selbst wird meist als leichtes Kribbeln wahrgenommen 4.
Kann ich nach der PNE noch den zweistufigen Test machen?
Ja. Überzeugt die PNE nicht ganz, kann im zweiten Schritt das zweistufige Verfahren folgen. In einer Studie sprachen 44 Prozent der Betroffenen mit nicht erfolgreicher PNE darauf an – mit gleich gutem Langzeiterfolg 8.
Für wen ist der zweistufige Test direkt besser geeignet?
Vor allem für Menschen mit neurologisch bedingten Blasenstörungen, wenn von Anfang an eine längere Testphase nötig ist oder wenn ein Eingriff im Wachzustand nicht gut toleriert wird 4,7.
Hinweis: Dieser Artikel dient der allgemeinen Information und ersetzt keine persönliche ärztliche Beratung, Diagnose oder Behandlung.
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