Hilfe bei Inkontinenz und erektile Dysfunktion nach Prostatektomie

Inkontinenz und Impotenz nach einer radikalen Prostata OP ist kein Schicksal

Jeder zweite Mann, der sich auf Grund eines Prostata Karzinoms einer Operation unterziehen lassen muss, leidet gemäss der Deutschen Gesellschaft für Urologie direkt nach der Operation unter Harninkontinenz. Nach 6 Jahren leiden circa 14% der Operierten immer noch an Inkontinenz und / oder Impotenz

Die Ausprägung der Blasenschwäche kann sehr unterschiedlich sein: von wenigen Tropfen bis zu einer totalen Inkontinenz.

Gute Nachsorge nach Prostatektomie ist entscheidend

Entscheidend für eine erfolgreiche Behandlung ist dabei die offene und pro-aktive Kommunikation zwischen Urologe und Patient. Wichtig ist dass der Operateur auf die Möglichkeit der Blasenschwäche und / oder Inkontinenz vor der Operation hinweist und sich dann auch danach aktiv nach eventuellen Beeinträchtigungen erkundigt, da viele Patienten sich schämen darüber zu sprechen. Oftmals muss der Patient sogar zu einer Therapie motiviert werden, da das Thema auch heutzutage leider immer noch so schambehaftet ist.

Eine gute therapeutische Betreuung der Patienten in Punkto Inkontinenz und Impotenz ist so wichtig, da dies die Lebensqualität, Freude und Unabhängigkeit der Betroffenen entscheidend beeinträchtigen kann.

Konservative Möglichkeiten

Ist ein Patient direkt nach einer radikalen Prostatektomie inkontinent oder impotent, ist es entscheidend, dass ihm möglichst bald eine gezielte Beckenbodentherapie zuteil wird.

Dies kann in vielen Fällen bei einer leichten Harninkontinenz oder erektilen Dysfunktion bereits Abhilfe schaffen.

Leiden Patienten nach drei Monaten immer noch an Inkontinenz, wird in der Neurourologie eine Diagnostik mittels Blasendruckmessung und Blasenspiegelung durchgeführt, um die genauen Ursachen abzuklären und ein Behandlungskonzept zu entwickeln.

Ist das Beckenbodentraining nicht ausreichend, gibt es diverse Medikamente die die Therapie zusätzlich unterstützen können.

Operative Möglichkeiten

In schweren bzw. langwierigen Fällen kann es sein, dass Beckenbodentherapie und Medikamente das Problem nicht bzw. unzureichend beheben können. Zum Glück gibt es heute sehr gute operative Therapien, die auch bei totaler Inkontinenz helfen. Eine Operation zur Wiedererlangung der Kontinenz sollte frühestens 12 Monate nach der Entfernung bzw. Ausschabung der Prostata in Betracht gezogen werden, um sicherzustellen, dass alle konservativen Methoden ausgeschöpft sind.

Die verschiedenen Operationsmöglichkeiten reichen von künstlichen Schliessmuskel Prothesen bis hin zu Bändern. Die jeweilige Methode wird nach einer ausführlichen Untersuchung  durch den Spezialisten, basierend auf der jeweilige Ausgangssituation zusammen mit dem Patienten ausgewählt. Aktuellen Studien zufolge lassen sich z.B. mit einem künstlichen Schließmuskel Kontinenzraten von mehr als 90 Prozent erzielen.

Weitere ausführliche Informationen zu den Therapiemöglichkeiten bei Inkontinenz nach Prostata OP finden Sie hier.

Quellen:

Medical Tribune: Inkontinenz und erektile Dysfunktion nach Prostatektomie vermeiden, Autor: Dr. Dorothea Ranft

https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Inkontinenz-nach-Prostata-OP-Was-hilft,inkontinenz103.html

Inkontinenz nach Prostataoperation