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INKONTINENZ – DAS WAR GESTERN!

Erfahrene Experten behandeln Blasenstörungen effektiv und individuell

Inkontinenz

Inkontinenz: Urininkontinenz, Harninkontinenz, unfreiwilliger Harnverlust, Inkontinenz bei Mann, Frau und Kind

Der unfreiwillige Verlust von Harn, die Inkontinenz ist so häufig wie Bluthochdruck. Aber kaum jemand spricht darüber, aus Angst und aus Scham. Auch wenn Betroffene bereits deutlich erste Symptome und Veränderungen ihrer Blasenfunktion spüren im Vergleich zu der vor der Schwangerschaft, vor einer Operation oder in jüngeren Jahren, braucht es in der Regel noch Zeit und grösseren Leidensdruck bevor sich die Menschen bei Inkontinenz Hilfe suchen. Vielen ist oft nicht bewusst, dass auch in komplizierteren Fällen und im höheren Alter meist die Blasenfunktion wiederhergestellt oder zumindest deutlich verbessert werden kann.

Ungewollter Harnabgang ist für jeden betroffenen Menschen – unabhängig von Alter und Geschlecht – eine schwerwiegende Beeinträchtigung im Alltag. Zu dem unangenehmen Gefühl, nicht Herr seiner Blase zu sein, gesellt sich oftmals noch die Angst, Personen im Umfeld könnten etwas bemerken. So kann es vorkommen, dass Leidtragende sich selbst zurückziehen oder ausgrenzen.

Dabei ist Inkontinenz kein unabänderliches Schicksal! Das Wissen über die Ursachen und die Behandlungsmöglichkeiten bei ungewolltem Harnverlust hat sich in den letzten Jahren enorm weiterentwickelt, sodass eine effektive Therapie der Blasenstörung und der Harninkontinenz bei fast allen Betroffenen ob Mann, Frau oder Kind möglich ist und deren Lebensqualität stark verbessert.

Damit eine wirkungsvolle, individuelle Therapie der Inkontinenz möglich ist, muss der Arzt zwingend herausfinden, welche die zu Grunde liegende Ursache für das Leiden des Patienten ist.

Inkontinenz Formen

Die vier häufigsten Formen der Harninkontinenz sind:

  • die Belastungsinkontinenz, früher auch Stressinkontinenz genannt
  • die Dranginkontinenz
  • die Mischinkontinenz: eine Kombination aus Belastungs- und Dranginkontinenz
  • die Inkontinenz bei erschwerter und unvollständiger Blasenentleerung, früher auch Überlaufinkontinenz genannt

Oft gibt es Mischformen sowie weitaus seltenere Formen aufgrund anatomischer oder krankheitsbedingter Ursachen wie

  • die supraspinale und spinale Reflexinkontinenz
  • die extraurethrale Inkontinenz
  • die Enuresis (nächtliches Einnässen bei Kindern)

Die sogenannte “Blasenschwäche” ist keine eigene Form der Inkontinenz. Vielmehr wird der Begriff im Volksmund als Synonym für verschiedene Störungen der Blasenfunktion verwendet, die oft zu unrecht als Bagatelle abgetan werden. Damit werden sowohl der Aspekt einer medizinischen Erkrankung als auch deren gute Behandelbarkeit heruntergespielt. Zumeist findet dadurch weder eine Ursachenforschung noch eine passende Therapie statt. Viele Betroffene finden sich unnötigerweise mit ihrer Situation ab.

Belastungsinkontinenz (Stressinkontinenz)

Bei einer Belastungsinkontinenz kommt es zum ungewollten Verlust von Urin, sobald sich der Druck im Bauchraum – und damit auf die Harnblase und den Beckenboden – erhöht. Das passiert beispielsweise bei körperlicher Belastung, Husten und Niesen. Üblicherweise verspüren Betroffene vor dem Urinverlust keinen Harndrang. Der Harnabgang kommt plötzlich, mitunter tröpfchenweise oder auch im Strahl. Die Stresskontinenz tritt häufig bei Frauen auf und beruht auf der Schwächung der Beckenbodenmuskulatur. Der Zustand lässt sich zumeist gut mit konservativen Therapieverfahren (z. B. regelmässige Übungen nach professioneller Anleitung, Medikamente) verbessern.

Erfahren Sie mehr zur Belastungsinkontinenz

Dranginkontinenz (Urgeinkontinenz)

Plötzlicher, starker und unaufhaltsamer Harndrang, der wie aus dem Nichts auftritt, ist charakteristisch für diese Inkontinenz-Form. Aber auch ein Glas Wasser, eine Tasse Kaffee oder plätschernde Geräusche können auslösende Faktoren für plötzlichen Harndrang mit darauf folgendem, unwillkürlichen Urinabgang sein. Die Form wird häufig auch als Reizblase, überempfindliche Blase, überaktive Blase oder plötzliche Inkontinenz bezeichnet. Je nach Ursache erfolgt die Behandlung konservativ, medikamentös oder operativ.

Erfahren Sie mehr zur Dranginkontinenz

Mischinkontinenz

Treten gleichzeitig Symptome der Belastungs- und der Dranginkontinenz auf, liegt eine Misch-Harninkontinenz vor. Betroffene sind in der Öffentlichkeit oft angespannt und fürchten unvorhersehbaren Druck (z.B Niesen, Husten) und plötzlich auftretenden, unkontrollierbaren Harndrang. Zumeist scannen sie die Umgebung dauerhaft nach einer Toilette in der Nähe. Die Häufigkeit dieser Form ist bei den Geschlechtern ungleich verteilt: Vor allem Frauen sind von der Mischinkontinenz betroffen. Auch erfolgt die Behandlung je nach zugrunde liegender Ursache.

Erfahren Sie mehr über die Mischinkontinenz

Ursachen: Inkontinenz und Blasenschwäche haben vielfältige Gründe

Inkontinenz bei der Frau

Jede zweite Frau bemerkt nach dem fünfzigsten Lebensjahr eine Inkontinenz der Blase unter körperlicher Belastung, etwa beim Husten, Niesen oder beim Sport. Mit steigendem Alter und der Anzahl der Geburten sind Frauen doppelt so häufig betroffen wie Männer. Aber auch typische Beschwerden einer Reizblase wie häufiger und verstärkter Harndrang, eine verkürzte Vorwarnzeit bis hin zu einem Harnverlust mit Drang (Dranginkontinenz) treten bei Frauen ab 50 Jahren zunehmend häufiger auf.

Inkontinenz beim Mann

Männer ab 50 plagt häufig die Prostata mit häufigem Harndrang und lästigem nächtlichen Wasserlassen. Die sich langsam vergrössernde Prostata engt zunehmend den Harnabfluss ein und irritiert so die Blase. In der Folge treten dann häufiges Urinieren in der Nacht, ein generell häufiger und verstärkter Harndrang mit kurzer Vorwarnzeit und Dranginkontinenz auf. Auch die Überlaufinkontinenz betrifft Männer häufig. Hierbei verengt oftmals eine vergrösserte Prostata die Harnröhre und verhindert, dass sich die Blase beim Toilettengang vollständig entleert. Durch die permanent gefüllte Harnblase ermüdet der Blasenmuskel schliesslich und Urin wird tröpfelnd verloren.

Inkontinenz bei Kindern

Im frühen Kindesalter besteht zunächst unkontrollierte Blasenentleerung. Im Zuge der Ausreifung der Blasenkontrolle erlangt das Kind zunächst am Tage und später auch nachts die Fähigkeit, die Blase willkürlich zu kontrollieren. Erlernt das Kind dies nicht oder verliert diese Fähigkeit wieder, müssen die Ursachen gefunden werden. Kindliche Blasenfunktionsstörungen sind vielschichtig, wobei organische, neurologische und psychische Aspekte beachtet werden müssen.
Die Spezialisten für Kinderurologie im KontinenzZentrum Hirslanden beraten Sie ausführlich zu individuellen Behandlungsmöglichkeiten.

Inkontinenz nach einer Operation

Nach einer Operation der Prostata ist eine Inkontinenz oft das grösste Problem. Erfahren Sie mehr über Inkontinenz nach Prostata-Operationen.

Auch Senkungsoperationen sowie Operation an der Wirbelsäule, Operationen am Becken oder bei Gebärmutterkrebs etc. können zu einer Beeinträchtigung der Blase und unfreiwilligem Harnverlust führen. Inkontinenz kann auch als Folge von Blasensenkung oder Senkung anderer Beckenorgane auftreten.

Neurogene Inkontinenz

Erkrankungen des Nervensystems, wie die Multiple Sklerose, der Schlaganfall oder die Parkinson-Krankheit, können Auslöser einer Störung der Blasenfunktion oder einer Inkontinenz sein. Hierbei liegt die Störung bei einer Signalübertragung der beteiligten Nerven im fein abgestimmten System von Blasenmuskulatur, Schliessmuskel und Beckenbodenmuskulatur. Auch zwischen dem Gehirn und den beteiligten Organen können Störungen vorliegen sowie im Gehirn selbst zuständige Areale geschädigt sein.
Unsere Neurourologie bietet Ihnen weiterführende Informationen zu neurogener Inkontinenz.

Seltene Form: Extraurethrale Inkontinenz

Eine der seltenen Formen der Harninkontinenz ist beispielsweise die Extraurethrale Inkontinenz, bei der ein unnatürliches Verbindungskanälchen zwischen dem harnableitenden System (wie Harnblase, Harnröhre) und der Haut, dem Darm oder dem weiblichen Genitaltrakt besteht. Folglich kann bei dieser Inkontinenz-Form tröpfchenweise Urin über die Hautöffnung, den After oder die Scheide abgehen, ohne dass Betroffene dies durch willentliche Anspannung des Beckenbodens verhindern können.

Stuhlinkontinenz und ihre Ursachen

Nur selten ist eine Stuhlinkontinenz angeboren. Häufig ist eine Stuhlinkontinenz erworben und beruht auf einer Störung oder Schädigung des Mastdarms oder des Schliessmuskels. Hierbei kann es zum unkontrollierten Abgang von Luft, Stuhlschmieren bis zum vollständigen Kontrollverlust über den Stuhlgang kommen. Mögliche Ursachen für diese Art der Inkontinenz können sein:

  • Verletzungen des Schliessmuskels oder der Analhaut durch Geburten, Operationen, Unfälle
  • Chronisch-entzündliche Erkrankungen
  • Neurologische Erkrankungen
  • Beckenboden-Insuffizienz
  • Medikamente

Weitere Informationen zum Thema Stuhlinkontinenz finden Sie hier.

Unser Ziel

Lebensqualität durch erfolgreiche Behandlung von Blasenstörungen und Inkontinenz

Bei vielen von Inkontinenz Betroffenen schränken nicht die klassischen Symptome des Alters oder der Krankheit die Lebensqualität ein, sondern vielmehr die Probleme der Blase und die Urininkontinenz. Hier können wir helfen.

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Gesundheitssendung CheckUp

Inkontinenz

Eine Harninkontinenz hat enorme Auswirkungen auf das Selbstwertgefühl und die Lebensqualität, Betroffenen ist jeder unwillkürliche Urinverlust sehr unangenehm und peinlich. Obwohl sehr viel verbreiteter als allgemein angenommen, ist die Inkontinenz ein weitgehend tabuisiertes Problem. Schätzungen gehen von 400.000 betroffenen Frauen und Männern in der Schweiz aus. CheckUp - das Gesundheitsmagazin zeigt Behandlungsmöglichkeiten und bricht das Schweigen mit einer Betroffenen.

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Symptome und Diagnose: Woran lässt sich Inkontinenz oder eine Blasenstörung erkennen?

In einem ausführlichen Anamnesegespräch erfragt der Arzt die genauen körperlichen Beschwerden des Patienten sowie weitere Hintergründe der Krankengeschichte. 

Hierbei wird sich der Arzt diskret nach Einzelheiten und Toilettengewohnheiten erkundigen. Wie oft muss der Patient beispielsweise die Toilette aufsuchen? Sind die Urinmengen beim Harnlassen sehr klein oder sehr gross? Wie sind die Ernährungs- und Trinkgewohnheiten? Ebenfalls sind das Auftreten von Schmerzen und das Gefühl einer unvollständig entleerten Blase relevant. In welchen Situationen – beispielsweise beim Niesen, Husten, Lachen, Aufstehen, Gehen oder Hinsetzen – tritt unwillkürlicher Urinverlust auf?

Auch Krankheiten und Medikamenteneinname werden erfragt. Auf Basis ehrlicher Antworten des Patienten kann der Arzt bereits Rückschlüsse auf eine bestimmte Form der Inkontinenz oder mögliche Auslöser ziehen. 
Ebenfalls kann es nützlich sein, dass der Patient für einige Tage ein Protokoll mit Angaben zu Trinkverhalten und Wasserlassen, ein sog. Miktationstagebuch bzw. Blasentagebuch, führt.

Im Anschluss daran kann der Arzt gezielte körperliche Untersuchungen der verdächtigen Organe veranlassen. Das können unter anderem sein:

Therapie: Gute Behandlungsmöglichkeiten bei Inkontinenz

Je nach Ursache, Form und Schweregrad der vorliegenden Inkontinenz ergeben sich unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten der Erkrankung. In vielen Fällen können konservativen Therapieformen wie Beckenbodentraining oder Biofeedback-Training bereits sehr gute Ergebnisse erzielen und den betroffenen Menschen eine deutlich verbesserte Lebensqualität schenken.

Auch moderne operative Verfahren führen heutzutage oftmals zum gewünschten Erfolg. Nach einer erfolgreichen Therapie können Patienten meist wieder aktiv am Gesellschaftsleben teilhaben, Sport treiben und sich in allen Situationen unbeschwerter bewegen.


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