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Gutartige Prostatavergrösserung

Erschwerte Blasenentleerung und Inkontinenz bei gutartiger Prostatavergrösserung

Normale (a) und vergrößerte (b) Prostata:
Verengung der Harnröhre bei vergrösserter Prostata
(1) Harnblase, (2) Prostata, (3) Harnröhre,
(4) Mündung der Harnleiter,
(5) Mündung der Samenleiter

Die Prostata liegt im Becken unterhalb der Harnblase, umschließt die Harnröhre und reicht hinab bis in die Nähe des Harnröhrenschliessmuskels. Die Prostata liegt im Zentrum des männlichen Harn- und Geschlechtstraktes, denn hier treffen Harn- und Samenwege zusammen. Sie besteht zu großen Teilen aus Drüsen, die das Prostatasekret bilden, welches den größten Anteil an der Samenflüssigkeit bildet.

Das Innere der Prostata unterteilt man grob in eine innere und eine äußere Zone. Bildlich kann man sich den Aufbau der Prostata wie den einer Orange vorstellen: die äußere Zone der Schale entsprechend und die innere Zone dem Fruchtfleisch ähnlich aufgebaut.

Die innere Zone umschließt wie bereits erwähnt die Harnröhre und das Innere der Prostata ist es auch, was von der gutartigen Vergrösserung der Prostata im Alter hauptsächlich betroffen ist.

Die gutartige Prostatavergrösserung ist ein typisches Problem des älteren Mannes. Das wachsende Prostatagewebe behindert Abfluss von Harn aus der Blase, und das Entleeren der Blase ist damit erschwert. Besteht die Einengung der Harnröhre durch die angewachsene Prostata über einen längeren Zeitraum, kann auch die Blase selbst Schaden nehmen. Muss sie einen immer höheren Widerstand überwinden, um den Urin nach draußen zu befördern, leiert die Blasenwand aus, es bilden sich kleine Aussackungen in der Wand. Mit der Zeit lässt dann die Kraft des Blasenmuskels nach, die Blase entleert sich nicht mehr vollständig und der nun nach dem Wasserlassen in der Blase zurückbleibende Restharn kann Ursache von Blasenentzündungen sein.

Wie erkennen Sie eine Prostatavergrößerung? Zu Beginn bemerkt der betroffene Mann recht wenig. Allenfalls wird ihm eine Abschwächung des Harnstrahl auffallen oder die Beobachtung, dass er viel länger auf der Toilette bleibt, als noch vor ein paar Jahren. Häufiger Harndrang in der Nacht, ein verstärkter Harndrang und ein Nachträufeln von Harn nach der Blasenentleerung sind typische Anzeichen einer sich vergrössernden Prostata. 

Wächst die Prostata weiter, ruft sie zunehmend stärkere Beschwerden hervor. Man unterscheidet obstruktive Beschwerden, die durch die Verlegung der Ausflussbahn hervorgerufen werden von den irritativen Beschwerden, die durch eine ein Beeinträchtigung oder Reizung des Gesamtsystems von Blase und Prostata hervorgerufen werden. Die Hitliste der Symptome wird von den irritativen Symptomen angeführt, die sich als gehäuftes nächtliches Wasserlassen, häufiger und verstärkter Harndrang am Tage oder Gefühl der unvollständigen Blasenentleerung äußern können.


Behandlung der gutartigen Prostatavergrösserung

Operation der gutartigen Prostatavergrösserung (TURP-transurethrale Resektion der Prostata)
Das vergrößerte Drüsengewebe wird mit einer elektrischen Schlinge, die durch die Harnröhre eingeführt wird, nach und nach abgetragen. Die äußere Zone der Prostata bleibt erhalten.

Im Frühstadium der Prostatavergrösserung können pflanzliche Wirkstoffe aus Kürbiskernen, Sägepalmenextrat, Brennesselwurzel etc. eingesetzt werden. 

Mit zunehmenden Beschwerden oder Symptomen (Harnstrahlabschwächung, unvollständige Blasenentleerung, häufiger und verstärkter Harndrang am Tage und in der Nacht) können typische Prostatamedikamente (Alphablocker, Reduktasehemmer) eine erhebliche Linderung der Beschwerden erreichen und die Folgen der Prostatavergrösserung über Jahre kontrollieren. 

Lassen sich die Beschwerden medikamentös nicht ausreichend kontrollieren oder werden die Medikamente nicht vertragen, so kommt eine operative Verkleinerung der vergrösserten Prostata in Betracht.

Das seit Jahrzehnten bewährte Standardverfahren ist die Ausschabung der Prostata durch die Harnröhre mit Hilfe einer elektischen Schlinge, die transurethrale Resektion der Prostata (TUR-P). In den letzten Jahren wurden neue Verfahren mit Erfolg getestet, so die Anwendung von Laser oder die Vaporisation (Verdampfung) des Prostatagewebes.

Bei Männern in höherem Lebensalter oder mit die Operationsfähigkeit einschränkenden Erkrankungen kommt die Embolisation der Prostatablutgefässe in Betracht. Mit Hilfe eines durch die Blutgefässe in der Leiste eingeführten Katheters können die die Blutgefässe der Prostata verschlossen werden. In der Folge schrumpft die Prostata und die Blasenentleerung ist wieder leichter möglich. 


Tipps und Tricks für Männer mit gutartiger Prostatavergrösserung

  • Achten Sie bewusst auf ihre Blase, so registrieren Sie Veränderungen, die auf eine vergrößerte Prostata hindeuten.
  • Trinken Sie ausreichend und gleichmäßig über den Tag verteilt.
  • Eine große Flüssigkeitszufuhr am Abend begünstigt das vermehrte nächtliche Wasserlassen!
  • Entleeren Sie Ihre Blase regelmäßig und vermeiden Sie eine Überfüllung der Blase.
  • Vermeiden Sie eine Unterkühlung der Becken- und Dammregion.
  • Beugen Sie einer Verstopfung durch eine ballaststoffreiche Ernährung und Bewegung vor.
  • Längeres Sitzen in Verbindung mit Unterkühlung und Alkohol kann eine Harnsperre auslösen, denken Sie beim nächsten Besuch im Biergarten daran.
  • Längere Touren mit Fahrrad oder Motorrad können bei vergrößerter Prostata Beschwerden beim Sitzen verursachen.
  • Regelmäßige warme Bäder erhöhen das allgemeine Wohlbefinden und können nebenbei auch Harntrakt, Prostata und Beckenboden entspannen.
  • Die Prostata sollte ab dem 50. Lebensjahr auch unabhängig von Beschwerden jährlich von einem Urologen untersucht werden.

 


 


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